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Rainer Zaspel, Schulleiter am Schulzentrum Märkisch-Oderland Umsetzung guter Schulprofile: Individuelle Förderung verwirklichen
Ein Schulzentrum der Sekundarstufe II mit beruflichen und allgemeinen Bildungsgängen ist auf die Vorleistungen der allgemein bildenden Schulen angewiesen. Gleichwohl sind die Ziele für eine angemessene Schulentwicklung in allen Schulen gleich und umfassen nach unserer Ansicht folgende Schwerpunkte:
1. Pädagogisches Konzept zur Harmonisierung zwischenmenschlicher Beziehungen für alle an einer Schule Tätigen und Beteiligten.
2. Entwicklung des Unterrichts zu mehr Selbstgestaltungsmöglichkeiten für Schüler und mehr individueller Zuwendung durch Lehrkräfte.
3. Reduzierung von Stress und Optimierung der Lernprozesse durch verändertes Zeitregime nach physiologisch-psychologischen Einsichten.
Aus unserer Mitwirkung im BLK-Programm QUISS (in Brandenburg unter SESUS = Selbstständigkeit von Schulen und Schulaufsicht) entstanden zum Prozess einer solchen Schulentwicklung folgende Einsichten:
1. Der Kern jeder Schulentwicklung ist der Unterricht.
2. Strukturen und Abläufe müssen transparent und funktionell gestaltet werden.
3. Weniger ist oft mehr.
4. Verbindlichkeit wird durch Mitwirkung/Einbeziehung aller.
Es hat sich gezeigt, dass eine solche Schulentwicklung umfassend nur unter veränderten Rahmenbedingungen erfolgreich ist. Dazu gehört der Ganztagsbetrieb, der nicht nur einen veränderten Organisationsrahmen (offener Ganztagsbetrieb), sondern vor allem reformpädagogische Grundsätze verfolgt. Ganztagsschulen bringen wenig, wenn sie nur als verlängerte Halbtagsschulen gestaltet werden. Einen solchen reformierten Schulbetrieb findet man u.a. an der Laborschule in Bielefeld oder an der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. An beiden Schulen zeigt sich auch, dass ein Ganztagsbetrieb schon früh angeboten werden sollte und damit die Einführung im Primarbereich bzw. Sekundarstufe I Priorität hätte. Dies gilt prinzipiell auch für die Vorschulerziehung, bei der Erfahrungen aus dem Hortbereich der Vorwendezeit berücksichtigt werden könnten,und der Anschluss an die Primarstufe jedoch sinnvoll erscheint. Nach den Erfahrungen aus QUISS an unserem OSZ gelingen Innovationen an Schulen nur unter breiter Mitwirkung der Lehrkräfte und möglichst vieler Schüler. Der Ganztagsschulbetrieb erfordert in besonderer Weise eine erweiterte Mitwirkung , die eine stärkere Öffnung der Schule verlangt und Eltern, Unternehmen, Institutionen und andere gesellschaftliche Gruppen einschließt.
Die Implementierung solcher Konzepte und Strukturen erfordert selbstverständlich auch eine Veränderung der räumlichen und sächlichen und personellen Bedingungen, die mittelfristig erhebliche Investitionen verursacht.
Arbeitsforum 6 Ganztagsschulkongress 2005 Freitag, 02. September 2005
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