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Dr. Wolfgang Vogelsänger, Schulleiter "Georg-Christop-Lichtenberg" Gesamtschule Göttingen Grundlagen guter Schule
Es gibt hinreichende Forschungen darüber, wie Menschen am besten lernen. Es gibt eine große Zahl von Schulen in Deutschland und in anderen Ländern, die tagtäglich gute Schule praktizieren. Das Gelingen einer guten Schule kann aber nicht von Zufälligkeiten oder dem Engagement einzelner Lehrerinnen und Lehrer abhängen, es muss durch Strukturen abgesichert sein.
Auf Grundlage der Erfahrungen in der Arbeit in Grundschule, Orientierungsstufe, Gymnasium und Gesamtschule mit und ohne äußere Leistungsdifferenzierung sollen in diesem Workshop die Rahmenbedingungen benannt werden, die unseres Erachtens die Gelingensbedingungen für gute Schule darstellen.
Da an der Georg-Christoph-Lichtenberg Gesamtschule in Göttingen diese Rahmenbedingungen zu einem schulischen Gesamtkonzept zusammengefügt worden sind und die Schule seit 30 Jahren erfolgreich arbeitet, geht der Workshop von dieser Schule aus. Die vorgestellten Grundlagen guter Schule sind aber auf alle Schulformen und Rahmenbedingungen übertragbar.
Es geht um:
• Räume und Zeiten: Welche Räume und Zeitrhythmen fördern oder behindern eine gute Schule? Beispiel: Wenn man Lehrerteams will, muss man auch für diese Teams Teamräume zur Verfügung stellen. • Einstellungen: Die Vorstellung, in leistungshomogenen Gruppen könne man am besten lernen, führt zum Sitzenlassen, zum Abschulen und zu einem hohen Prozentsatz von Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss. Was ist an der Arbeit in leistungsheterogenen Gruppen so bestechend? • Teamarbeit: Hohe Leistungen können nur im Team erbracht werden, nicht in Einzelarbeit. Wie kann eine Schule konsequent als Teamschule konstruiert sein? • Methoden: Schülerinnen und Schüler lernen nur dann nachhaltig, wenn sie selber lernen. Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um diese Grunderkenntnis zum Schulkonzept zu machen? • Elternarbeit: Ohne und gegen die Eltern ist keine gute Schule zu machen. Wenn die Eltern nicht in die Schule gehen, muss man zu ihnen nach Hause gehen. • Kooperationen: Wie kann Schule durch nachhaltig angelegte Kooperationen die Schülerinnen und Schüler schon frühzeitig in die Gesellschaft einbinden, die Erwartungen der Gesellschaft mit ins schulische Curriculum einbeziehen und in die Gesellschaft hineinwirken? • Evaluation: Eine Evaluation dessen, was die Arbeit in Schule kurz-, mittel- und langfristig bei Schülerinnen und Schülern bewirkt, hat eine direkte Auswirkung auf schulisches Arbeiten. Dies hat auch etwas mit Verantwortung für die eigene Arbeit zu tun. • Schulentwicklung: Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Unterrichtsentwicklung sind wichtige Elemente einer guten Schule. Wie lassen sich diese drei Bereiche in die alltägliche schulische Arbeit integrieren?
Diese Elemente sind für uns nicht verhandelbare Teile eines Gesamtkonzeptes zur individuellen Förderung jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin. In diesem Workshop werden diese Grundlagen guter Schule zunächst einmal dargestellt, anschließend bleibt Zeit für Nachfragen und Diskussionen.
Arbeitsforum 6 Ganztagsschulkongress 2005 Freitag, 02. September 2005
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