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Kooperation in der offenen Ganztagsschule

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Foto: DKJS

Richard Schmitz
am Beispiel einer Städtische Gemeinschaftsgrundschule in Düsseldorf

Die in Schule tätig sind, waren und sind der Meinung, dass es einen ungeheuren Luxus darstellt, Kinder im allerbesten Lernalter um 12 oder 13 Uhr in die Beliebigkeit zu entlassen. Diese ‚Beliebigkeit’ ist abhängig von unendlich vielen Faktoren, die auch nur zum Teil von der Familie zu verantworten sind. Diese Faktoren reichen (bei entsprechender Nuancierung im Einzelfall) von der völligen Verwahrlosung bis hin zur Übersättigung und völligen Verplanung von Kindern. Die Einführung der Offenen Ganztagsschule stellt einen wichtigen Schritt dar, Schulen insgesamt leistungsfähiger zu machen und den Kindern ein breiteres Angebot im Bereich Bildung und Erziehung zu machen.

Beweggründe für Ganztagsschulen

Die offene Ganztagsschule bietet Raum für unterschiedliche Bedürfnisse. Der Zulauf zu einer Ganztagsschule entspringt sehr unterschiedlichen
Motivationen:

o Vereinbarkeit von Familie und Beruf
o Interesse an zusätzlichen Bildungsangeboten
o Interesse an zusätzlichen Förderangeboten, insbesondere für
Kinder mit Migrationshintergrund
o Erziehungsschwierigkeiten im häuslichen Bereich
o Günstigerer Preis im Vergleich zu Horteinrichtungen
o Hohe Akzeptanz im Stadtteil

Gelebte Kooperationen

Der Einsatz multiprofessioneller Kooperationspartner in der Offenen Ganztagsschule bedeutet eine immense Bereicherung des Angebotsspektrums. Lehrerinnen und Lehrer in den Grundschulen werden oftmals zu Recht als ‚Zehnkämpfer’ bezeichnet. Dennoch können Zehnkämpfer nicht alles. Insofern bedeutet das Mitwirken von schulfremden Kooperationspartnern eine ungeheure Bereicherung des schulischen Angebots.

Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen

Diese Bereicherung besteht zum einen in den unterschiedlichen Inhalten der verschiedenen Kooperationsangebote, die sich teilweise deutlich von den Inhalten der Lehrpläne unterscheiden, zum anderen in der unterschiedlichen Arbeits- und Herangehensweise der verschiedenen Kooperationspartner.

Die Gemeinschaftsgrundschule Südallee

Die GGS Südallee ist eine Städtische Gemeinschaftsgrundschule im Süden Düsseldorfs. Sie wird zurzeit von 230 Kindern besucht, die von insgesamt 13 Lehrerinnen und Lehrern sowie von zwei Lehramtsanwärterinnen unterrichtet werden. Die Kinder stammen aus allen sozialen Schichten – vom Akademikerviertel bis hin zum sozialen Brennpunkt. Mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 wurde die GGS Südallee als eine von insgesamt sieben Grundschulen Düsseldorfs offene Ganztagsschule (OGATA). Im Ganztagsbereich befanden sich im ersten Jahr 38 Kinder (zwei Gruppen), im laufenden Schuljahr sind es 71 Kinder (drei Gruppen), im kommenden Schuljahr werden es bis zu 100 Kinder in vier Gruppen sein. Die Öffnungszeiten gehen täglich bis 16 Uhr (freitags bis 15 Uhr); zwei Wochen Weihnachtsferien, eine Woche Osterferien, drei Wochen Sommerferien). Hauptkooperationspartner der Schule im Ganztagsbereich ist der Förderverein der Schule. Er ist Träger des Ganztagsbereichs, stellt das Betreuungspersonal ein und zieht die Elternbeiträge für das Mittagessen der Kinder ein. Das Betreuungspersonal ist zuständig für die Hausaufgabenbetreuung (zusammen mit Lehrern), für das Mittagessen, für Gruppenarbeit und für Begleitung zu außerschulischen Lernorten.

Kooperation in der Offenen Ganztagsschule

Zusätzlich gibt es im Nachmittagsbereich eine Vielzahl von Kooperationspartnern, die den außerunterrichtlichen Teil der Ganztagsschule abdecken und unterschiedliche Bildungsangebote aus den Bereichen Kunst, Musik, Sport und Naturwissenschaften bereitstellen. Teamleiterin im Ganztagsbereich ist eine Erzieherin, die an den wöchentlichen Lehrerkonferenzen teilnimmt. Wichtigstes Instrument der offenen Ganztagsschule ist die Steuerungsgruppe (Schulleitung, Lehrervertreter, Teamleiterin Ganztag, Elternvertreter, Vertreter der außerschulischen Kooperationspartner), die in regelmäßigen Abständen tagt, Probleme behandelt und Vereinbarungen trifft. Zwei Elternabende werden für die Eltern der Ganztagskinder durchgeführt. Beim ersten Elternabend stellen die Kooperationspartner sich und die Angebote vor.

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Quelle

Katrin Höhmann, Heinz Günter Holtappels, Ilse Kamski, Thomas Schnetzer
Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen
Anregungen, Konzepte, Praxisbeispiele
IFS-Verlag Dortmund 2005

Zusammengestellt: Sabine Schweder
Datum: 12.10.2005
© www.ganztaegig-lernen.de



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