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Organisationsentwicklung an der Ganztagsschule
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Räume und Flächen

Beispiel der Integrierten Gesamtschule in Flensburg
Jochen Arlt
Quelle "Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen
Anregungen, Konzepte, Praxisbeispiele"

Die Integrierte Gesamtschule Flensburg ist seit dem Sommer 1994 eine Ganztagsschule in gebundener Form, d. h. zwei Jahre nach der Schulgründung haben wir parallel zum jahrgangsweise gestalteten Aufbau der Schule mit dem Ganztagsbetrieb begonnen. Im August 2005, also mit diesem Schuljahr, werden wir die Ergebnisse der zweiten umfassenden Evaluation unserer Organisation des Ganztagsbetriebes umsetzen, die durch die Zuteilung erheblicher Mittel aus dem Fond „Initiative Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB)“ des Bundes eben auch Raumfragen betrifft.

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Eine Schule mit besonderer Form.
Foto:  IGS Flensburg

1 Schulstruktur

Die Schule ist vierzügig in der Sekundarstufe I mit einer Jahrgangsstärke von 104 Schülerinnen und Schülern, in der Sekundarstufe II zweizügig mit durchschnittlich 50 Jugendlichen pro Jahrgang. Im Schuljahr 05/06 werden ca. 760 Schülerinnen und Schüler unsere Schule besuchen.

2 Außengelände und Außenräume

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Das Außengelände wird aufgeteilt.
Foto: IGS

Die Schule besitzt ein großes, vielschichtig aber eindeutig gegliedertes Außengelände, das eine Zuweisung unterschiedlicher Bereiche für einzelne Jahrgangsstufen erlaubt.

2.1 Bereichsgliederung

Das Außengelände ist in drei Teilbereiche gegliedert

a) Jahrgänge 5, 6 und 7

Die Jahrgänge haben einen geschlossenen Bereich für sich, der u.a. enthält:

· befestigte „Ablaufflächen“ um die Jahrgangshäuser herum
· mit Tischtennisplatten,
· einen durch Hecken abgegrenzten Spielplatz mit Klettergeräten,
· einen eingezäunten Grandplatz für Ballspiele,
· eine ausgedehnte Grünfläche (Fußballplatz),
· einen mit Bäumen bewachsenen, aber bespielbaren Hang zum oberen Schulhof hin, der mit weiterem Klettergerät bestückt ist.

b) Jahrgänge 8, 9 und 10

Den Jahrgängen 8 bis 10 stehen ebenfalls separate Flächen im Außenbereich zur Verfügung, die zwei in Bodenbeschaffenheit und Nutzung unterschiedliche Funktionen erfüllen:

· eine asphaltierte Fläche als Begegnungs- und Spielfläche (das Spielen mit Softbällen ist erlaubt),
· eine Grünfläche als Ruhezone mit Nischen, Sitzgelegenheiten, Liegewiese und großen Bäumen.
· Diese Flächen sind durch die in Reihe stehenden Jahrgangshäuser und den zugehörigen Wandelgang voneinander getrennt.

c) Jahrgänge 11, 12 und 13

Die Sekundarstufe II besitzt ein komplexes Gebäude für sich allein, das durch eine Cafeteria und eine Raucherecke vom übrigen Gelände auch optisch abgegrenzt ist.

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Die Cafeteria!
Quelle: IGS

2.2 Vorteile der Teilbereichsgliederung

Den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Altersgruppen haben wir damit umfassend Rechnung tragen können. Jeder Jahrgang hat eine eigene Toilettenanlage im bzw. beim eigenen Haus. Schülerwege sind kurz und kreuzen sich nicht, Spannungen werden damit vermieden. Wir sehen darin einen wesentlichen Faktor für eine beruhigte Schule. Um einen pfleglichen Umgang mit den eigenen Klassenräumen zu sichern, verbleiben die Klassen jeweils für drei Jahre in ihrem Raum und wechseln erst dann, wenn sie in eine andere Altersstufe (Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe) aufsteigen. In die Entwicklung dieser räumlichen Struktur haben wir sehr früh viel Energie gesteckt und uns dazu an einem Fachtag mit externen Fachleuten intensiv beraten, zu denen auch Architekten des Hochbauamtes und andere Vertreter des Schulträgers gehörten.

3 Aula/Mensa als multifunktionaler Bereich

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Die Aula ist gleichzeitig Mensa
Foto: IGS Flensburg

An unserer Gesamtschule besteht für die Jahrgänge 5 und 6 Essenspflicht. Alle anderen Schüler/innen können auf Antrag der Eltern von  dieser Pflicht entbunden werden. Zurzeit essen durchschnittlich 360 Personen an jeweils vier Tagen in drei Schichten:

5. Jg. 12.15 – 12.40 Uhr (25 min)
6. Jg. 12.40 – 13.00 Uhr (20 min)
7.-13. Jg. 13.15 – 13.45 Uhr ( 30 min ).

Die Mensa/Aula ist als multifunktionaler Raum so eingerichtet, dass 120 bis 140 Kinder und Jugendliche in einer Schicht essen können, mit viel Platz, im Klassenverband, auf festen Plätzen und mit hinreichender Bewegungsfreiheit beim Tischdienst oder zum Aufsuchen der Salatbar wie auch bei anderen Aktivitäten. Wir haben uns entschieden, dass wir das Mittagessen in jeder Schicht gemeinsam beginnen und gemeinsam beenden. Das Essen kommt in Schüsseln auf den Tisch und jede/r bedient sich selbst. Der Tischdienst deckt ein und säubert zum Abschluss die Tische. Entsprechend benötigte Transport- und Wärmewagen, die ihren Platz in der Mensa beanspruchen, hält die Schule vor. An den Raum werden wegen der weiteren Nutzung als Theater- und Festsaal besondere akustische Anforderungen gestellt, denen wir durch aufwändige Störschalldämmung und hochwertige Bühnentechnik genügen. Die Küche ist nach unserer Festlegung eine Verteilerküche, in der nichts selber produziert, sondern das angelieferte Essen „nur“ in Schüsseln portioniert wird. Die Installation von Wärmebrücken, die Bereitstellung von Sozialräumen für das Küchenpersonal und die Dimensionierung der Abwaschanlage bedurfte einer Reihe von technischen Nachbesserungen. Das fertige Essen beziehen wir aus einer benachbarten Großküche (Kraftfahrtbundesamt). Den Transport hat der Verein für Körperbehinderte kostengünstig übernommen. Als alternatives Angebot halten wir belegte Brötchen, Obst, kleine Snacks und Getränke in einer Cafeteria vor, die in der Nähe der Oberstufe liegt und die als Aufenthaltsraum in den großen Pausen, in Freistunden und in der Mittagsfreizeit dient. Betrieben wird die Cafeteria von 9.00 bis 14.00 Uhr eigenverantwortlich durch Eltern der Schule, die wir als Honorarkräfte teilfinanzieren.

4 Raumangebot für die Mittagsfreizeit (MFZ)

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Die Mediothek als Rückzugsmöglichkeit in der Mittagsfreizeit.
Foto: IGS

Die Gliederung des Geländes und der Einzelhäuser erlaubt es uns, einen Gebäudeteil mit fünf Gruppenräumen, einem PC-Raum und zwei Werkräumen in der Mittagsfreizeit ausschließlich für Arbeitsgemeinschaften zu nutzen. Dieser Gebäudeabschnitt liegt als abgeschlossener Bereich in der Nähe der Aula/Mensa und schließt die Kunst- und Musikräume ein. Die Aktivitäten in der MFZ konzentrieren sich damit auf ein überschaubares Areal. Verfügbar sind in der MFZ zusätzlich nur normale Fachräume wie die Drei-Feld-Sporthalle, ein weiterer Computerraum, eine Bücherei/Mediothek als Ruhe- und Arbeitsraum und der Fachraum für Textiles Werken. Das Raumangebot richtet sich streng nach den Vorgaben des Musterraumprogramms für Schulen des Landes Schleswig- Holstein.

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Quelle

Katrin Höhmann, Heinz Günter Holtappels, Ilse Kamski, Thomas Schnetzer
Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen
Anregungen, Konzepte, Praxisbeispiele
IFS-Verlag Dortmund 2005

Zusammengestellt: Sabine Schweder
Datum: 21.10.2005
© www.ganztaegig-lernen.de



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Schulentwicklung

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"Schulen sind Lebensräume für den ganzen Ort"
Quelle: www.ganztagsschulen.org
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Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen
Anregungen, Konzepte, Praxisbeispiele
Katrin Höhmann, Heinz Günther Holtappels,
Ilse Kamski, Thomas Schnetzer

Werkstatt Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen
Institut für Schulentwicklungs-forschung (IfS)

ISBN 3-932110-30-7