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Modellprogramm zur Qualitätsverbesserung in Schulen und Schulsystemen (QuiSS)

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Arbeitsergebnisse des Modellprogramms aus Schleswig-Holstein

Arbeitsthema: Das Ermitteln schulischer Voraussetzungen für die Stärkung und Förderung des eigenverantwortlichen und selbstständigen Lernens

Dieser Arbeitsschwerpunkt ist verankert in dem Modellprogramm QuiSS der Bund-Länder-Kommission zur Qualitätsverbesserung in Schulen und Schulsystemen. In Schleswig-Holstein sind 5 Schulen als Netzwerk an diesem Arbeitsvorhaben beteiligt: eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium, eine Integrierte Gesamtschule und eine Berufliche Schule. Damit sind alle Schulformen und Schulstufen der SEK I und SEK II vertreten gewesen und das Ermitteln schulischer Voraus-setzungen systemübergreifend angelegt worden.

Das schleswig-holsteinische Netzwerk hat den Schwerpunkt seiner Arbeit zunächst auf die personellen Voraussetzungen gelegt, ausgehend von der  Annahme, dass nachhaltige Schulentwicklung sich personenbezogen vollzieht und die strukturellen Voraussetzungen die Funktion des unterstützenden und orientierenden offenen Rahmens erhalten.

Leitfragen für die Modellarbeit in Schleswig-Holstein:

• Wie gestalten Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess?
Sind es die Lehrkräfte, die im Sinne einer ’Meisterlehre’ bestimmen? Sind es die Lernenden, die ihren eigenen Weg wählen, während die Lehrkräfte stützend, korrigierend und lenkend die Richtung mitbestimmen?

• Welche Fähigkeiten sind für eine Verbesserung des selbstständigen und eigenverantwortlichen Lernens förderlich? Sind es Methoden-Kompetenzen und die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit?  Ist es die Fähigkeit, Probleme zu erkennen und unter Einbeziehen des Vorwissens Lösungen zu entwickeln und dadurch neues Wissen aufzubauen? Welche Bedeutung hat das Beobachten und Reflektieren der eigenen Lernerfahrung für die Fähigkeit, das eigene Lernen zu verstehen und zu steuern?

• Welche veränderten Anforderungen werden dabei an die Lehrkräfte gestellt? Sind es unterrichtsmethodische Kenntnisse? Ist es strategische Geschicklichkeit? Welche Rolle spielt die Bereitschaft zu  persönlichen Lern-Erfahrungen im Wechselbezug mit den Lernenden? 

POL/LL – Projektorientiertes Lernen

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Ein neues Unterrichtsfach an der IGS Flensburg
Heike Brendel, IGS Flensburg

Was soll man eigentlich in der Schule lernen ? Von der übergroßen Menge an Fachinformationen vergisst man ohnehin das meiste, einerseits weil man es direkt nicht mehr gebraucht, andererseits weil es zwischen vielen Unwichtigkeiten verschwunden ist oder auch weil es einfach veraltet und damit nicht mehr aktuell brauchbar ist. In der heutigen Zeit, in der es eine ständig wachsende Menge an Publikationen und Forschungsergebnissen gibt, explodiert das Wissen: alle zehn Jahre verdoppelt es sich. In diesen Zei-ten der Globalisierung und der Vernetzung strömen täglich auf den Einzelnen so viele Informationen ein, dass man ohne die lebenswichtige Entscheidung, welche Informationen wichtig oder unwichtig sind, kaum existieren kann. Und genau damit muss Schule sich auseinandersetzen. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Lehrkräfte Unterrichtsstoffe vermittelt haben, indem sie die Schüler/innen belehrten. Die heutigen Schüler/innen brauchen mehr als einen Koffer voll mit Wissen. Der Mensch von heute muss eine große Flexibilität zeigen, um in der Gesellschaft bestehen zu können. Es wird von ihm eine ho-he berufliche Mobilität gefordert, die zu ständigen Lernprozessen führt in Form von Schulungs-, Fortbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen und zwar in jedem beliebigen Alter. Wir brauchen für das lebenslange Lernen mehr denn je die Fähigkeiten uns eigene Lernziele zu setzen, selbstständig zu lernen, effiziente Lernstrategien anzuwenden, Lernpartner zu finden, kooperativ zu arbeiten u.v.a. Doch der Erwerb von Schlüsselquali-fikationen wie Methoden-, Kommunikations- und Kooperationskompetenz geschieht nicht automatisch durch den Schulbesuch und den Umgang mit Lerninhalten. Vielmehr bedarf es dafür Trainingszeiten in der Schule. Aber was braucht man denn nun zum selbstständigen Arbeiten.

Zum Erwerb von Methodenkompetenz benötigt man eine Reihe von kleinen Bausteinen, die insgesamt ein Repertoire für die Schüler/innen bilden können, aus dem man später gezielt für seinen individuellen Lernprozess auswählen kann. Zum selbstständigen Lernen gehören u.a. folgende Arbeitstechniken:

• Entscheidungen treffen, verschiedene Vorgehensweisen prüfen
• Arbeitsplatz organisieren
• Vorwissen aktivieren, z.B. Mind Maps, Skizzen, Übersichten
• Gezielte Informationsbeschaffung in eigenen Unterlagen, im Internet, Bibliothe-ken, Büchern, Untersuchungen, Interviews...
• Informationen strukturieren, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, Texte markieren, zusammenfassen, gliedern...
• Situationen analysieren, Irrwege erkennen, Probleme lösen
• Kontrollieren, ob das Ziel erreicht ist, Lücken erkennen, Vertiefungen planen und durchführen
• Ergebnisse vielfältig präsentieren

Für einige dieser Methodenbausteine braucht man aber auch kommunikative Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Kommunikationstraining ist also ein zweiter Komplex auf dem Weg zum selbstständigen Lernen. Dabei kann man zwei Bereiche unterscheiden: das monologische Sprechen, z.B. Vortragen, Berichten, Fragen, Antworten, Nacherzählen, Erläutern, Reden halten, Argumentieren etc., und das dialogische Sprechen, z. B. Gruppengespräche, Interviews, Arbeitsgespräche, Rollenspiele, Streitgespräche, Debatten, Lehrer-Schüler-Gespräche etc. Für die Schulung dieser beiden Bereiche bedarf es nicht nur zahlreicher Sprechanlässe, bei denen die sprachlichen und rhetorischen Fähigkeiten verbessert werden, sondern auch die Bewusstmachung grundlegender nichtsprachli-cher Elemente wie Gestik, Mimik und Körpersprache.

Die Entwicklung zur Teamfähigkeit wird durch einen dritten Komplex unterstützt. In Zeiten von teamorientierter Produktion und Ausbildung wird die Gruppenarbeit groß geschrieben.

Gruppenarbeit ist: dass die Schüler/innen aufeinander angewiesen sind und sich bei der anstehenden Arbeit wechselseitig unterstützen und bestärken müssen. Die Gruppe muss gewisse Regeln aufstellen und einhalten, so dass Störungen und Probleme gruppenintern unterbunden bzw. gelöst werden können. Gleichzeitig muss zielstrebig, konzentriert und konstruktiv gearbeitet werden. Gruppenarbeit ist also zum einen durch gruppendynamische Übungen und Befindlichkeitserklärungen sicherzustellen, aber sie braucht außerdem vor allem eingespielte Regeln, Abläufe und Interaktionsroutinen.

Diese drei Bereiche:

- Lern- und Arbeitstechniken,
- Kommunikation,
- Kooperation,

müssen trainiert werden – zunächst in kleinen Portionen und mit zunehmendem Alter in komplexeren Situationen (z.B. Projekte, Planspiele, Referate...).

An der IGS Flensburg haben wir zum gezielten Erwerb der oben genannten Kompetenzen und damit zum selbstständigen Lernen ein Schulfach eingerichtet: POL (Projektorientiertes Lernen). Für dieses Fach wurde im Laufe der Zeit ein Curriculum entwickelt.

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Die Arbeitsergebnisse zum Download:

pdf.gif Das Curriculum des POL/LL
pdf.gif Anwendungsbeispiele und Arbeitsbögen

Die QuiSS Schulen in Schleswig-Holstein waren:

• Hauptschule Sylt, Sonderburger Str. 10, 25964 Westerland
Tel.: 04651/22493, e-mail: hs.sylt@t-online.de
Schulleiter: Rüdiger Thomsen,
QuiSS-Ansprechpartner: Rüdiger Thomsen

• Realschule Flensburg-West, Friesische Lücke 7, 24939 Flensburg
Tel.: 0461/852538, e-mail: schule@real-west.flensburg.de
Schulleiter: Bernd Kelling, QuiSS-Ansprechpartner: Jürgen Vollbehr

• Gymnasium Lornsenschule, Michaelisallee 1, 24837 Flensburg
Tel.: 04621/96060, e-mail: Lornsenschule@t-online.de
Schulleiter: Tim Dallmann, QuiSS-Ansprechpartner: Hartmut Wilcke

• Berufliche Schulen Rendsburg, Herrenstr. 30-32, 24768 Rendsburg
Tel.: 04331/5053, e-mail: bs.rd.gtl@t-online.de
Schulleiter: H. Kathmann, QuiSS-Ansprechpartner: Wolfgang Biel

Pilotschule:

• IGS Flensburg, Elbestr. 20, 24943 Flensburg
Tel.: 0461/852009, e-mail: igs-flensburg@foni.net
Schulleiter: Jochen Arlt,
QuiSS-Ansprechpartner: Heike Brendel, Beate Thede, Frank Märtens

Kurzbeschreibung laut Gutachten BLK:

Im Rahmen des Vorhabens sollen in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften Konzepte für den Einsatz anwendungs-, problem- und schülerorientierter Methoden, Arbeitsformen und Strategien im fachgebundenen Unterricht entwickelt und erprobt werden, die auf den Aufbau grundlegender fachlicher und persönlicher Kompetenzen sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zu lebenslangem Lernen abzielen. Bereits vorliegende Erfahrungen mit Formen anwendungs-, problem- und schülerorientierten Unterrichts werden theoriegeleitet und in ihrer Bedeutung für die angesprochenen Ziele analysiert. Dabei sollen zentrale Elemente solchen Unterrichts identifiziert und so didaktisch aufbereitet werden, dass sie auch im fachgebundenen alltäglichen Unterricht oder von z.B. in Projektarbeit unerfahrenen Lehrkräften genutzt werden können.

Ausgewählte QuiSS Ergebnisse in den anderen Bundesländern:

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Quiss-Ergebnisse als Kurzbeschreibungen laut Gutachten der BLK-Länderkomission ansehen

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Datum: 07.11.2005
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