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Porträt eines Riesen – Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Nordrhein-Westfalen

Auf einmal waren es elf. Das Begleitprogramm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hat den elf regionalen Serviceagenturen eine große Verantwortung aufgetragen. An der Schnittstelle zwischen Bund und Ländern gestalten sie den inhaltlichen Aufbau von Ganztagsschulen maßgeblich mit. Das Porträt der regionalen Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Nordrhein-Westfalen bildet den Auftakt einer Reihe über die facettenreiche Arbeit dieser Einrichtungen in den Ländern.  Jede Serviceagentur ist anders – doch alle ziehen an einem Strang. Ein Portrait von Peer Zickgraf.

Nordrhein-Westfalen ist das Land der großen Zahlen. Als größtes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen mit rund 18 Millionen mehr Einwohner als das Nachbarland Niederlande mit rund 17 Millionen. Das viertgrößte Flächenland misst 34.083 Quadratkilometer und gehört zu den größten Ballungsräumen Europas. Rund 1400 neue Ganztagsgrundschulen verteilen sich inzwischen wie ein dicht gewebter Teppich über das Bundesland. Und es werden noch mehr, denn neue Ganztagshauptschulen kommen hinzu. Breite Schultern braucht, wer in diesem Land eine Serviceagentur der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung leiten, organisieren und koordinieren will.

Schon der neudeutsche Name „Serviceagentur“ zeigt, worauf es ankommt: Service (von lat. servire dienen) und Agentur (von lat. agere machen, können). Gefragt ist die Verbindung von Dienstleistung und regionalem Praxisbezug, also dem raschen Aufbauen neuer Strukturen für die Schulentwicklung in den Ländern und damit nicht zuletzt in den Kommunen: „Nah dran!“ heißt ja auch der Auftrag für die Serviceagenturen in den Ländern. Nah dran an den Ländern, an den Kommunen und an den Schulen. Sie werden von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung im Rahmen des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ in enger Zusammenarbeit mit Bund und Ländern zur Unterstützung der Schulen mit ganztägigen Angeboten eingerichtet.

Als Sabine Wegener, 36 Jahre, über verschiedene Umwege den Auftrag bekam, die Serviceagentur Nordrhein-Westfalen aufzubauen, war ihr noch nicht klar, worauf sie sich da eigentlich einließ. Immerhin brachte die gebürtige Paderbornerin von Hause aus ein solides Handwerk mit: In ihrem Gepäck befand sich ein Lehramtsstudium in Mathematik und Erdkunde für die Sekundarstufe 1 und mehrere Jahre Praxis als Hauptschullehrerin an einer Ganztagsschule in Hemer. Ihr Sprung in die Liga der nordrhein-westfälischen Ganztagsgrundschulen gelang schließlich über den Regierungsbezirk Arnsberg, der eine junge und flexible Lehrkraft für den Bereich Ganztagsberatung am Landesinstitut in Soest suchte.

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„Wissen Sie, dass Sie jetzt Serviceagentur sind?“

Dort wurde sie 1999 als Beraterin für innovative Ganztagsangebote, kurz: INGA im Landesförderprogramm GÖS (Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule, GÖS) am Landesinstitut für Schule mit fünf Wochenstunden von ihren Lehrverpflichtungen freigestellt. Anlass war die Einrichtung des Programms "Dreizehn Plus", das zunächst in der Sekundarstufe I startete, dann die Primarstufe mit einbezog und schließlich mit einigen anderen Programmen der Jugendhilfe zum Vorläufer der offenen Ganztagsschule im Primarbereich wurde. Der Einstieg in die Serviceagentur kam am 17. September 2004 mit dem Kooperationsvertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

 „Wissen Sie, dass Sie jetzt Serviceagentur sind?“ Begleitet von diesem Kommentar eines Kollegen wechselte Sabine Wegener vom GÖS-Programm des Landes NRW in die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Nordrhein-Westfalen. Nun ging es „volle Kraft voraus“. Ein Glück und Vorteil für Wegener, dass sie schon früh im Familienbetrieb der Eltern gelernt hatte, anzupacken und sich immer nah an den Bedürfnissen ihrer Klientel auszurichten.

Die Kernfragen der qualitativen Entwicklung des Ganztags in Nordrhein-Westfalen, angefangen von der Organisation, bis hin zu Inhalten, Finanzierung und Qualität ruhen nun auf den Schultern von Sabine Wegener. Ihre Aufgabe besteht darin, dem Begleitprogramm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ eine dem Land Nordrhein-Westfalen und seinen gewachsenen Strukturen von Schule, Jugendhilfe und außerschulischen Partnern angemessene Gestalt zu verleihen.

Von „QUAST“ zu „QUIGS“

Das Programm „Ideen für mehr! Ganztägig Lernen.“ der DKJS stellt unterschiedliche, aufeinander abgestimmte Entwicklungsmöglichkeiten für Ganztagsschulen in den jeweiligen Ländern bereit: Lernen aus Beispielen guter Praxis, Vernetzung und Erfahrungsaustausch, Beratung und Vermittlung von Experten, Fortbildung und qualifizierende Angebote, Anbahnung und Moderation von Kooperationsbeziehungen, Wissenstransfer aus unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfehlern.

Qualitätsentwicklung ist das erklärte Ziel und der Schwerpunkt der nordrhein-westfälischen Serviceagentur. Ausgangspunkt ist das QUAST-Modell. QUAST bedeutet „Qualität für Schulkinder in Tageseinrichtungen“ und wurde in der Nationalen Qualitätsinitiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vom Sozialpädagogischen Institut NRW in Köln (SPI) entwickelt. QUAST bietet Qualitätskriterien, die in Tageseinrichtungen der Jugendhilfe erprobt wurden. Sie sollen nun auf die Ganztagsschulen übertragen und damit auch im Hinblick auf die Einbeziehung des Unterrichts und schulischer Förderung erweitert werden.

Es gibt einen QUAST-Kriterienkatalog, der zu bestimmten Themen Checklisten ausarbeitet, die sich an guten Beispielen orientieren und Probleme lösen helfen. Die Themen lauten u.a.: Lebensweltorientierung, Partizipation, Integration, Förderung der Autonomie. QUAST-Kriterienkataloge ermitteln an den offenen Ganztagsgrundschulen die zentralen Probleme und helfen einen gemeinsamen Handlungsbedarf aller Beteiligten zu ermitteln. So werden der Handlungsbedarf und Ziele definiert und wiederum einer Prüfung unterzogen: „Die großen Leitziele werden in konkret umsetzbare Handlungsziele verwandelt, die die Lehrkräfte und die Fachkräfte der außerschulischen Partner bei ihrer Arbeit unterstützen“, erläutert Sabine Wegener das auf den ersten Blick vielleicht komplizierte, aber sehr ergebnisorientierte Verfahren.

Enormer Koordinierungsaufwand

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Die Serviceagentur NRW ist zur Anlaufstelle für diese Qualitätsentwicklung geworden. „Wir wollen QUAST weiterentwickeln“, betont Sabine Wegener. Aus QUAST soll dann QUIGS werden: „Qualität in Ganztagsschulen“. Alle Partner der Ganztagsschulen werden an dieser Qualitätsoffensive beteiligt: „Das ist ein großer Koordinierungsaufwand, und die Serviceagentur erweist sich als gut akzeptiertes Instrument, gerade auf der örtlichen Ebene“, so Wegener.

QUAST spricht nicht zuletzt die Kommunen als Schulträger an, denn es wird in Gestalt von Qualitätszirkeln vor Ort in die Praxis übertragen. So haben sich 65 Schulträger bei der Serviceagentur NRW um Unterstützung ihres regionalen Qualitätszirkels beworben. Wegener konnte in Abstimmung mit dem zuständigen Landesministerium zunächst immerhin schon 28 ausgewählte Qualitätszirkel in die erste Runde aufnehmen.

Ausgewählt wurden Kommunen, die eine etablierte Zusammenarbeit zwischen den Schulen vor Ort, der Jugendhilfe und anderen Partnern der Schule, insbesondere aus Kultur und Sport aufweisen. Dabei sollte auch eine größere Zahl von offenen Ganztagsgrundschulen erreicht werden, bei kleinen Gemeinden ggf. in einem Verbund auf Kreisebene. Die Qualitätszirkel haben im Jahr 2005 jeweils 3000 Euro aus dem Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) an die Hand bekommen, mit denen sie ihr Angebot finanzieren: Referentenkosten, Reisekosten, Personal- und Sachkosten, Kosten für Tagungen oder die Vertretung von Personal, das an den Qualitätszirkeln teilnimmt.

Stolpersteine aus dem Weg räumen

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Der Part von Sabine Wegener besteht nun darin, alle Beteiligten aus den örtlichen Teams zu bestimmten Problemfeldern der Ganztagsgrundschulen an einen Tisch zu bringen, zu moderieren, zu schulen und dabei auch überörtlich vergleichbare Kriterien zu vermitteln. „Die Teams werden in Qualitätsentwicklungsverfahren  auf der Grundlage von QUAST geschult“, so Wegener.

Dazu gehören insbesondere Themen, die den Ganztagsgrundschulen unter den Fingernägeln brennen wie vor allem die Mittagsverpflegung oder die Hausaufgabenpraxis. „Hat jedes Kind seinen eigenen Arbeitsplatz?“ lautet eine Frage aus der Checkliste von QUAST. „Viele Teams stehen zunächst vor einem Berg an Aufgaben, wenn sie QUAST auf ihre Schule übertragen wollen“, merkt Sabine Wegener an. Sie empfiehlt ihnen dann, die für die jeweilige Schule passenden Arbeitsschritte aus der Checkliste auszuwählen.

In den Kommunen vor Ort gibt es zwei Modelle von Qualitätszirkeln.
• Modell A: Moderatoren bilden eine Steuergruppe zur Qualitätsentwicklung. Sie geben auf größeren Veranstaltungen mit Schulteams Tipps und Hilfestellungen.
• Modell B: In regelmäßigen – von Moderatoren geleiteten Treffen – entwickeln Repräsentanten des Ganztags vor Ort neue Ideen und Lösungswege für Qualitätsentwicklungsfragen. In der Stadt Iserlohn beispielsweise soll dies zu einem einheitlichen Konzept von Hausaufgaben an allen Ganztagsgrundschulen der Kommune führen.

Nordrhein-Westfalen ist das Land, in dem Transfer innovativer Verfahren gelingt. Trotz der enormen Größe des Landes gelingt es immer wieder, die erforderliche Qualität zu vermitteln: „Im Primarbereich sollen durch Offene Ganztagsschulen über 200 000 Plätze geschaffen werden. Ab 2006 kommen über die erweiterte Ganztagshauptschule 50 000 Plätze hinzu“, informiert Sabine Wegener. Und die Landesregierung hat noch einiges vor.

Das wirkt sich auch auf den Qualifizierungsbedarf vor Ort aus. Die bereits bestehenden Qualitätszirkel sollen durch ausgebildete Expertinnen und Experten unterstützt werden. Mittel aus dem Ganztagsschulprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds bereitgestellt werden, sollen auch in den kommenden Jahren für die Einbeziehung weiterer Qualitätszirkel oder die Stabilisierung der bereits bestehenden genutzt werden können.

Große Partner im Boot

Kooperationen mit großen Partnern sind das Rückgrat der Serviceagentur NRW. Sie helfen dabei, die Qualitätsentwicklung in die Breite und außerdem nah an die Schulen vor Ort zu tragen. Ein unentbehrlicher Partner dafür ist das BLK-Verbundprojekt "Lernen für den Ganztag". Da die Serviceagentur NRW im selben Haus untergebracht ist, ist ein enger Austausch mit dem Team des Verbundprojekts sowie örtlichen Fachberaterinnen und Fachberatern aus Schule und Jugendhilfe über Inhalte wie Organisation, individuelle Förderung, Kultur, Umwelt, Sprachförderung, Sport und nicht zuletzt Qualitätsentwicklung möglich. Sabine Wegener sitzt mit der Geschäftsführerin auf Tuchfühlung in einem Büro. Fünf Länder nehmen an diesem Verbundprojekt teil: Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet für Wegener die Chance, Anregungen sowie gute Beispiele aus der regionalen Vielfalt der Ganztagsschulen aufzunehmen und in die inhaltliche Ausgestaltung der Ganztagsschulen vor Ort einzubringen.

Auch in anderen BLK-Programmen, insbesondere zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund (FÖRMIG) und zur Agenda 21 (Transfer 21), gibt es zuverlässige Partner im selben Haus.

Andere große Partner im Boot sind die Schulaufsicht und die Fachberaterinnen und Fachberater der Landesjugendämter. Schließlich ist das Institut für soziale Arbeit ein unverzichtbarer Partner für die Qualitätsentwicklung in Nordrhein-Westfalen.

Geht der Blick über Nordrhein-Westfalen hinaus, sind für Wegener insbesondere die derzeit zehn anderen Serviceagenturen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wichtige Partner des Austausches. Sie schätzt die von der DKJS eingerichteten regelmäßigen bundesweiten Treffen der Serviceagenturen. So werde sichergestellt, dass trotz der unterschiedlichen Voraussetzungen in den Ländern ein gemeinsames Qualitätsverständnis entsteht und Praxisbeispiele und Veranstaltungshinweise auch überregional verbreitet werden.

Netzwerke knüpfen, Werkstätten besuchen

Nicht selten schafft auch Kollege Zufall unverhoffte Kooperationen. Während des ersten Ganztagsschulkongresses des BMBF „Ideen für mehr! Ganztägig lernen“ am 17. und 18. September 2004 befanden sich die Ausstellungsstand der Serviceagenturen NRW und Brandenburg in unmittelbarer Nachbarschaft. Herausgekommen sind wechselseitige Schulbesuche beider Länder: „Dabei werden die Unterschiede deutlich und außerdem kann man voneinander lernen“, sagt Wegener.

Wenn es um Kooperation und Netzwerkbildung geht, dann führt an den fünf Werkstätten der DKJS ebenfalls kein Weg vorbei: Werkstatt I: „Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen“, Werkstatt II: „Unterricht und Förderkonzepte“, Werkstatt III: „Kooperation mit außerschulischen Partnern“, Werkstatt IV: „Schule und Kommune“ und Werkstatt V: „Schule wird Lebenswelt“. Schon die Namen der Werkstätten sind Programm und jede einzelne Werkstatt kann in die Arbeit der regionalen Serviceagenturen einbezogen werden. So hat Wegener an Werkstatt-Treffen in Dortmund, Göttingen, Düsseldorf und Hamburg teilgenommen, um neues Wissen zu erwerben, oder um Netzwerke und Kooperationen mit jenen Qualitätszirkeln anzubahnen, die bislang nicht unterstützt werden konnten.

Arbeit am Image

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Ihr Organisationsgeschick ermöglichte auch die Mitwirkung an der Konzeption einer zweitägigen Veranstaltung von Steg Hamburg (Werkstatt III), die im April 2006 in Soest zum Thema ‚Vertrauen schaffen – Anbahnung von Kooperationen’, veranstaltet wird. Die Festigung der länderübergreifenden Arbeitsstrukturen nimmt im Jahr 2006 außerdem Gestalt in Form einer gemeinsamen Veranstaltung mit Hessen und Rheinland-Pfalz an. Schritt für Schritt erweitert sich so das Netzwerk einer regionalen Serviceagentur: Nichts kommt von alleine, vielmehr bedeutet der Aufbau neuer Strukturen in den Ländern außer dem Managen komplexer Situationen Präsenz in der Öffentlichkeit und tägliche Kärrnerarbeit.

Dabei richtet sich Sabine Wegeners Blick nicht zuletzt auf die Öffentlichkeitsarbeit, denn was nutzt die beste Arbeit in den Behörden und Gremien, wenn man die unterschiedlichen Zielgruppen vor Ort nicht in der Breite erreicht. Hier betreten die meisten Leiterinnen und Leiter der regionalen Serviceagenturen völliges Neuland. „Für Multiplikatoren ist der überregionale Austausch unverzichtbar“, hat Wegener gelernt.

Auf Regionaltagungen, in Beratergruppen oder auf Fortbildungsveranstaltungen für Qualitätszirkel hat sie Broschüren, Flyer oder Poster zum Begleitprogramm der DKJS im Gepäck. Große Unterstützung erfährt sie in ihrer Arbeit auch durch das Internetportal von „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“, www.ganztaegig-lernen.de, oder durch das Ganztagsschulportal des BMBF www.ganztagsschulen.org. Eigene Angebote gibt es auf www.ganztag.nrw.de. Hilfreich sind aus Wegeners Sicht auch Veröffentlichungen in Fachzeitschriften  für Schulverwaltungen, Schulleitungen und Partner sowie die Öffentlichkeitsarbeit in der regionalen und lokalen Presse.
 
Ein Tag in der Serviceagentur „Ideen für mehr“ NRW

Ein ganz normaler Tag in der regionalen Serviceagentur NRW in Soest beginnt für Sabine Wegeners – wenn sie nicht gerade auf einer ihrer häufigen Dienstreisen ist – bereits um acht Uhr morgens. Planung des Tages, Bearbeitung der Mails bzw. des Posteingangs und anschließend Telefonate mit den örtlichen Partnern. Es ist eine Welt, die den Aufgaben einer Managerin ähnlicher ist als der eines Pädagogen. Hier wird der Name „Serviceagentur“ auf den Begriff gebracht: planen, flexibel managen, koordinieren, realisieren.

Um neun Uhr finden Absprachen statt mit dem BLK-Verbundprojekt, um zehn Uhr mit kooperierenden Institutionen. Es gibt zum Beispiel Treffen mit Vertretern des Landessportbundes oder wichtigen Experten, die Sabine Wegener vor Ort weiterempfiehlt.

Und so geht es den ganzen Tag: Informationsweitergabe und Koordination von Qualitätszirkeln, Ganztagskoordinatoren und Experten. Je nachdem: Organisation von Fortbildungen und Arbeitstreffen: „Hier kann ich mich auch bei der inhaltlichen Mitgestaltung der Fortbildungsmodule einbringen.“

Wegener unterstützt schließlich Gaby Petry vom BLK-Verbundprojekt „Lernen für den Ganztag“ bei der Vergabe eines Filmauftrages zum Thema „Raum in der Ganztagsschule“. Konkret geht es um die Entwicklung von Modulen für den Film: Wie muss ein Schulumfeld aussehen? Wie muss der Unterrichtsraum gestaltet werden? Wie muss der Verpflegungsbereich konzipiert sein? Wie gelingt Lärmdämmung? Wie müssen die Sport- und Bewegungsstätten gestaltet werden? Kostenvoranschläge müssen raus und vieles mehr.

Am späten Nachmittag wird reflektiert: Wie war der Arbeitstag aus Sicht der Beteiligten? „Man muss alle einbinden“ – ein großer täglicher Kraftakt für Sabine Wegener. Doch es lohnt sich: „Ich lerne sehr viel: Umgang mit Finanzen, Aufbau neuer Strukturen, den Blick über den Tellerrand und über NRW hinaus“. All dies gehört zum Alltag einer engagierten Persönlichkeit, deren Vision darin besteht, echte Qualitätsentwicklung in einem Land zu ermöglichen, das allein in Quantitäten gemessen schon ein Riese ist.

Autor: Peer Zickgraf
Fotos: Jörg Harm/Soest (1. – 3. von oben), Ralf Augsburg/Digitale Zeiten (4. Bild)
Datum: 08.01.2006
© www.ganztaegig-lernen.de


 



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