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Pädagogische Teams in der Ganztagsschule

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Teambildungsprozesse im Kollegium einer Ganztagsschule fallen sehr unterschiedlich aus. Die Reflexion dieser Prozesse kann helfen, schwierige Zeiten innerhalb des Lehrerschaft zu bewältigen und zu ebenso zu akzeptieren. Insbesondere dann, wenn ein Kollegium sich entschließt zusammenzuarbeiten, z.B. in Jahrgangsteams, kann es zu starken Probleme kommen, an denen manches Team scheitert. Externe Unterstützung und Aufarbeitung kann an dieser Stelle helfen. Und das Bewusstsein, dass es wieder besser wird.

Kommunikationsebenen

Bei der Kommunikation gibt es zwei Ebenen: die Sach- und die Beziehungsebene. Beide stehen in einer engen Wechselbeziehung zueinander. So passiert es häufig, dass Details der Beziehungsebene nicht aufgedeckt werden und im Hintergrund verdeckt die Arbeit auf der Sachebene stören oder verhindern. Es entstehen Konflikte auf der sach-logischen Ebene, deren Ursachen in der Beziehungsebene begründet sind.

Die Sachebene

Auf der sichtbaren Sachebene geht es um Inhalte, Vorhaben und Aufgaben. Beispiele dafür können sein:
 
- Was müssen wir tun?
- Wer macht den Abwasch?
- Wie spät ist es?
- Wollen wir diesen Entwicklungsschwerpunkt für das nächste Jahr angehen?

Die Beziehungsebene

Auf der (meist verdeckten) Beziehungsebene geht es um Emotionen: persönliche Erfahrungen und davon abgeleitete Erwartungen, unbefriedigte Bedürfnisse, Ängste, Hoffnungen, Macht, Status, Antipathie und Sympathie. Meistens wird dieser Bereich nicht thematisiert und schwelt in den Köpfen der Beteiligten. Aspekte dieses Bereichs könnten z.B. sein:
 
- Wie behandeln die mich hier?
- Ich kann diese Person nicht leiden!
- Was darf ich hier tun und was nicht?
- Ich habe Angst!
- Ich schaffe das nicht!
- Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!
- Das interessiert mich!
- Ich will das nicht!
- Ich muss mich durchsetzen!


Wie kann man mit Widerständen umgehen?

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Vorab – Konflikte im Verlauf eines Teambildungsprozesses, was vielleicht einer Veränderung der gewohnten Strukturen gleichkommt, sind normal! Berücksichtigt man aber, dass nicht jeder Konflikt bzw. Widerstand gegen die inhaltliche Ausrichtung eines Vorhabens gerichtet ist, sondern ganz andere Ursachen haben kann. Beachten Sie alle Äußerungen und gehen Sie ihnen nach. Dabei wird man fündig:

- Welche Ursachen könnten sie haben?
- Ist die Kritik inhaltlich begründet?
- Haben Sie etwas übersehen?
- Ist etwas nicht so gut organisiert?
- Oder liegen andere Gründe vor?

Ungünstig ist es, wenn Sie wahrgenommene Konflikte nicht analysieren und versuchen zu lösen – das kostet für alle Beteiligten sehr viel Kraft und bewirkt weitere Frustrationen und noch ungünstigere Voraussetzungen für das nächste Vorhaben (die Beziehungsebene wir belastet). Setzen Sie sich also zusammen, thematisieren sie die Probleme, nehmen Sie die Ängste und Sorgen ernst. Versuchen Sie, einen Weg zu finden, den (fast) alle Beteiligten mittragen können. Tappen Sie dabei aber nicht in die 100%-Falle: Sie werden nie alle in ein Boot bekommen! Das ist auch nicht ihr Ziel.

Beispiele verschiedener Ursachen für Konflikte in der Umsetzung von Projekten

1. Nicht ausreichende Beteiligung

Immer wieder treten Konflikte in Kollegien auf, wenn es um die Umsetzung von Veränderungen (z.B. Projekten oder Modellvorhaben) geht. Eine Ursache kann in der nicht ausreichenden Beteiligung des Kollegiums, der Schüler/innen und Eltern bei der Entscheidung für einen Entwicklungsschwerpunkt der Schule liegen. Folgende Schritte können Ihnen helfen, diesen Widerstand nicht erst aufkommen zu lassen:
 
- Vorstellung des Vorhabens vor allen Beteiligten
  (Ziele, ungefährer Zeitplan und Ressourceneinsatz)
- Diskussion und eventuell Veränderung des Projekt
- Entscheidung der Mehrheit (z.B. der Gesamtkonferenz) für dieses Vorhaben
- Festlegung eines Bilanzierungstermins

2. Mangelnde Information über das Projekt

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Ein sehr häufiger Grund für Konflikte im Kollegium liegt in dem nicht ausreichenden Informationsfluss. Haben Sie die wesentlichen Aspekte des Projekts kommuniziert und abgesprochen:
 
- Was ist das Ziel des Projekts und warum?
- Wie lange dauert die Umsetzung?
- Wer ist von diesem Projekt betroffen?
- Wer muss welche Arbeit leisten?
- Wer bekommt welche Entlastung?
- Wie ist der Stand der Arbeit?
- Wann ist das Projekt beendet bzw. wird bilanziert?

3. Konflikte innerhalb des pädagogischer Kleinteams

Nicht nur zwischen dem Kollegium und den pädagogischen Kleinteams kann es zu Problemen kommen. Auch innerhalb der Gruppe der Personen, die an der Umsetzung des konkreten Projekts beteiligt sind, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Mögliche Ursachen dafür könnten sein:

Unklarheit in der

- Aufgabenverteilung
- Zuständigkeit
- Zielformulierung
- Verbindlichkeit der Arbeit
- Organisation und Arbeitsweise der Sitzungen
- Informationspolitik

Diese Aspekte können Sie schon im Vorfeld der Zusammenarbeit thematisieren und dadurch die auftretenden Konflikte verhindern oder reduzieren. Zu Beginn der Zusammenarbeit können Sie folgendes besprechen:
 
- Umgangsregeln
- Probleme rechtzeitig ansprechen und bei Unklarheiten nachfragen
- Auffälligkeiten in den Teamsitzungen wahrnehmen und besprechen

1. Unpünktlichkeit
2. Unzuverlässigkeit
3. Unaufmerksamkeit
4. Gereizte Reaktionen
5. Killerphrasen
6. Feedback-Kultur

Struktur der Sitzungen

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- vorbereitete Sitzungen mit Tagesordnung und Zeitrahmen
- Protokoll
- jemand, der für die Atmosphäre sorgt
- Moderation
- Blitzlicht am Ende der Sitzung mit der Verabredung, dass man ehrlich das Gefühl während dieser Sitzung anspricht
- Fragebögen zur Diagnose der Teamarbeit

Berücksichtigen Sie zudem die unterschiedlichen Phasen in der Teamentwicklung (auch bekannt als Teamentwicklungsuhr). Ein Team arbeitet nicht immer gleichgut. Es gibt gute, produktive und sehr kontroverse, streitbelastete Phasen der Zusammenarbeit.

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im Begleitprogramm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen."
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Zusammengestellt: Sabine Schweder
Fotos: Schweder
Datum: 28.03.2006
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