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Lernen für den Ganztag

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Eine Ganztagsschule ist erfolgreich, wenn sie sich für die Kinder und Jugendlichen vor Ort zu einem ganztägig geöffneten Haus des Lebens und Lernens entwickelt. Dies zu erreichen hat eine integrativ angelegte Verknüpfung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten zur Voraussetzung. Damit stellen sich besondere Herausforderungen an das in Ganztagsschulen tätige Personal.

Mit der Einrichtung von Ganztagsschulen müssen also abstimmbare und weitestgehend abgestimmte Qualifikationsprofile für das Personal sowie geeignete Fortbildungsangebote zur Implementierung dieser Qualifikationsprofile zeitgleich entwickelt werden.

Zusammenschluß der Traditionen

In Deutschland werden Qualifikationsprofile und Fortbildungsangebote in der Regel noch nach Professionen getrennt definiert und umgesetzt. Die jeweilig unterschiedlichen Traditionen der Qualifizierung und des daraus resultierenden Berufsverständnisses führen dazu, dass Unterricht und außerunterrichtliche Angebote einander nicht ergänzen, sondern oft genug konterkarieren.

Einer Ganztagsschule angemessene Traditionen sind in Deutschland in der Regel noch unbekannt, gleichzeitig jedoch gibt es sehr ausgeprägte Abgrenzungsbedürfnisse der jeweiligen in Schule, Jugendhilfe und bei anderen Einrichtungen tätigen Personen (z.B. in Sport und Musik). Die vorhandene Fülle von additiv angelegten Nachmittagsangeboten (z.B. Arbeitsgemeinschaften, muttersprachlicher Unterricht) wird nicht oder nur wenig mit dem Unterricht verknüpft. Dies gilt auch für viele außerunterrichtliche Angebote, die im Rahmen der Öffnung von Schule durchgeführt worden sind.

BLK-Projektverbund "Lernen für den GanzTag"

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Der BLK-Projektverbund "Lernen für den GanzTag" setzt sich zum Ziel, gemeinsame Qualifikationsprofile für Ganztagspersonal aus unterschiedlichen Professionen zu entwickeln und durch Fortbildungsmodule nutzbar und umsetzbar zu machen. Diese Qualifikationsprofile müssen der jeweils spezifischen Verantwortung der Partner gerecht werden. Im Kern werden von allen in einer Ganztagsschule tätigen Professionen folgende Kompetenzen verlangt:

  1. die Fähigkeit zur Verknüpfung von Bildung, Erziehung, Betreuung und individueller Förderung in jeweils spezifischer Verantwortung,
  2. die Fähigkeit zur Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses des Arbeitsauftrags in Ganztagsschulen mit dem Ziel der dauerhaften Etablierung einer ganztagsorientierten Lehr- und Lernkultur,
  3. die Fähigkeit zur Gestaltung ganzheitlicher pädagogischer Konzepte, die den Bedürfnissen der Kinder in ihren schulischen, familiären, freizeitlichen und sozialräumlichen Orientierungen und Voraussetzungen (Lebensweltorientierung) gerecht werden und
  4. die Fähigkeit zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, insbesondere im Hinblick auf Partizipation und Demokratisierung, auch in der Schule.

Zielgruppe des Projekts sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Schule und Kinder- und Jugendhilfe und weiteren Professionen und Einrichtungen, die vor Ort Fortbildungsmaßnahmen durchführen.

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Zielgruppe sind nicht die in den jeweiligen Ganztagsschulen und deren Umfeld fortzubildenden Personen selbst. Konkrete Schulentwicklungsprojekte an einzelnen Schulen und Fortbildungsmaßnahmen mit dem Personal dieser Schulen und ihrer Partner aus der Jugendhilfe im Rahmen des Vorhabens dienen der Entwicklung und Erprobung der Fortbildungsbausteine. Die Umsetzung der Ergebnisse des Vorhabens in konkreten Fortbildungen ist Aufgabe der Länder, ggf. auch der Kommunen und der freien Träger der Jugendhilfe.

Ein Verbund der Länder

Am Verbundprojekt sind die fünf Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz beteiligt.

Austausch und Abstimmung zwischen den Ländern wird durch eine hierfür eingerichtete länderübergreifende Steuerungsgruppe (s. Grafik) gewährleistet. Diese setzt sich aus Vertreter(inne)n aus den Bereichen Schule und Jugendhilfe zusammen. Ausgangspunkt für die länderspezifische Umsetzung der Fortbildungsbausteine sind die jeweiligen Schwerpunktsetzungen in den Ländern (z.B. sozialräumliche Zugänge, bestimmte Schulformen, staatliche Modelle versus kommunalorientierte Modelle, etc.).

Für die länderübergreifende Koordination und wissenschaftliche Begleitung des Verbundprojekts sind das nordrhein-westfälische Landesinstitut für Schule (LfS) in Soest (Projektleitung: Dr. Joachim Schulze-Bergmann, Projektkoordination: Gaby Petry ) und das Institut für soziale Arbeit e.V. (Projektkoordination: Uwe Schulz) in Münster gemeinsam zuständig.

Quelle: Konzeption "Lernen für den Ganztag"


Datum: 28.03.2006
© www.ganztaegig-lernen.de



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