

Siegfried Arnz ist Hauptschul-Referent in der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
Was ist für Sie, Herr Arnz, eine gute Ganztagsschule?
Eine gute Ganztagsschule ist jene, wenn in dieser Schule alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, das sind Lehrkräfte und Schüler, aber genauso wichtig: die Eltern. Zusammen müssen diese drei Akteure an einer gemeinsamen Schulkultur mitdenken und wirken und diese Akteure müssen auch gemeinsame Entscheidungen treffen, z.B. und das ist der wichtigste Punkt: „Wie sollen die Schülerinnen und Schüler in der Schule lernen?“.
Eine gute Ganztagsschule bietet mehr Zeit zum Lernen und zwar an den unterschiedlichsten Orten. Lernen findet nicht nur im Unterricht statt, sondern Lernen findet überall statt, rund um den Tag und nicht nur im Schulgebäude und auf dem Schulgelände. Vielfach ist es so, dass die Schülerinnen und Schüler im Unterricht nicht genug Lernen können – die Zeit ist zu knapp und zu portioniert. Dann erleben wir, dass der Unterricht in einer normalen Schule nicht ausreichend gut organisiert ist. Rhythmisierung ist nur ansatzweise möglich und die Unterrichtsstunden verharren in ihrem knappen Zeitbudget von 45 Minuten.
Eine gute Ganztagsschule hat und braucht viele Partner, z.B. Träger der Jugendhilfe, dazu gehören aber auch gesellschaftliche Organisationen wie z.B. die Polizei, z.B. beim Thema „Gewalt an der Schule“, Künstler, Unternehmen, Gemeindeverbände, Sportvereine oder Musikschulen, um nur einige zu nennen.
Und auch ganz wichtig: Eine gute Ganztagsschule muss gut organisiert werden!
Dieses Gespräch fand auf der Preisverleihung des 2. Wettbewerbes "Zeigt her eure Schule!", am 2. Mai 2006 Berlin, statt. Paul und Tina führten dieses Gespräch und gehen in die Karl-Krull-Grundschule in Greifswald. Sie sind im Team der "Rasenden Reporter" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.
Zusammengestellt: Rasende Reporter Foto: Sabine Schweder Datum: 03.05.2006 © www.ganztaegig-lernen.de
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