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Offener Unterricht

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Offene Unterrichtsformen brauchen Ganztagsschulen –
Ganztagsschulen brauchen offene Unterrichtsformen.

Das Schlagwort "Offener Unterricht", stellt einen Sammelbegriff für verschiedene Reformansätze dar, entbehrt jedoch einer wissenschaftlich abgesicherten und abschließenden Definition. Es handelt sich dabei allgemein um die Bemühung den Unterricht methodisch zu öffnen, Unterrichtsinhalte, -durchführung und -verlauf an den Interessen der Schüler auszurichten und eine möglichst weitgehende selbstständige Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand zu ermöglichen.

Offener Unterricht ist ein Konzept, das die Lehrerzentrierung im Unterricht abbauen soll zugunsten einer Schülerorientierung, die eine stärkere Selbstbestimmung fördert. Dabei versucht man, situative Bezüge (siehe kategoriale Bildung) herzustellen, um so den Stoff zugänglicher zu machen. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, bedingt die erhöhte Beteiligung der Lernenden am Unterricht größere Freiräume bei der Erschließung des Lernstoffes. Um einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts zu gewähren, bedarf es natürlich gewisser Richtlinien von Seiten des Lehrers. Eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Lernziele ergibt sich aus den zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien.

Ein typisches Merkmal geschlossener Lernsituationen ist der treppenförmige Aufbau: Stufe für Stufe wird auf das Ziel hingeführt. Die einzelnen Zwischenschritte (Lernschritte) sind dabei klar strukturiert. Dem entgegen sieht der offene Unterricht eine wesentlich höhere Flexibilität vor, von der Zeitgestaltung angefangen bis hin zu einer Wahlmöglichkeit der zu behandelnden Themen.(Dr. Susanne Lin, Pädagogisches Institut Universität Stuttgart)

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Offener Unterricht will Schülerinnen und Schülern keine fertig verpackten Informationen liefern. Er fordert sie auf, ihre Lernumwelt nach ihren eigenen Interessen selbst zu gestalten. Schule hat sich verändert. Um Kindern und Jugendlichen heute gerecht zu werden, ist es wichtig, die Wandlung von Schule als Grundlage für das Lernen im Blick zu halten. Schule und Lernen müssen sich verstärkt darum bemühen, vielfältige Möglichkeiten zu Eigentätigkeiten und wischenmenschlichem Umgang zu schaffen.
(ABC der Ganztagsschule)

Im Allgemeinen wird beim offenen Unterricht versucht, die Lernenden stärker an den unterrichtlichen Entscheidungen zu beteiligen. Ebenfalls wird versucht, die Erfahrungen, Fragen und Anliegen der Lernenden in die Planung einzubeziehen. Die unterschiedlichen Ausgangslagen der Lernenden werden berücksichtigt. Soziale Beziehungen und kooperatives Verhalten werden gefördert. In der Ganztagsschule sind die Schüler auf abwechslungsreiche Unterrichtsmethoden angewiesen. Im Folgenden sollen 3 Formen des offenen Unterrichts vorgestellt werden.

Freiarbeit

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Basierend auf den Gedanken der Reformpädagogik ist die Freiarbeit eine Unterrichts- und Lernform des Offenen Unterrichts. In der Freiarbeit setzt sich der Lerner ein Lernziel, das er in Eigenleistung und mit einem hohen Maß an persönlicher Freiheit zu erreichen versucht. Dem Lernenden wird in dieser Eigenverantwortung die Entscheidung hinsichtlich einer Auswahl an Arbeitsformen und Inhalten sowie bei der Planung von Aktivitäten überlassen. Somit ist nicht mehr der Lehrer für Planungs- und Entscheidungsprozesse verantwortlich, sondern übernimmt die Rolle eines Beraters und Begleiters. Hierarchische Strukturen in der Beziehung Lehrer-Lerner können durch diese Rollenverteilung (teilweise) aufgelöst werden. Alle Unterrichtsaktivitäten sollen sich an den Interessen, d.h. insbesondere der Lebenswelt und an den Fähigkeiten des Lernenden, orientieren. Ziel der Freien Arbeit ist es, das selbstverantwortliche Lernen und die sozialen Interaktionen zu fördern. Sie ermöglicht es den Lernern, eigene Lernwege zu finden und ihre eigene Lernbiographie selbst zu gestalten. Es geht somit nicht nur um inhaltliche Aspekte des Lernens. Freies Arbeiten bedarf einer langsamen und gut geleiteten Einführung, um die Lerner, aber auch die Lehrer, mit ihrer neuen Verantwortung nicht zu überfordern. Um die Ziele dieser Methode erreichen zu können, ist eine sorgfältige Vorbereitung hinsichtlich der Her- und Bereitstellung von Arbeitsmitteln, Inhalten, der Gestaltung des Klassenraums sowie ein kooperatives Verhalten im Kollegium unbedingt notwendig.

Wochenplanarbeit

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Eine Methode zur Öffnung des Unterrichts ist die Wochenplanarbeit. Sie stellt eine Alternative zum Frontalunterricht dar, ohne jedoch dem Lehrer die völlige Kontrolle aus der Hand zu nehmen. Die Schüler erhalten zu Beginn eines bestimmten Zeitraumes (z.B. eine Woche) einen Plan, welcher Aufgaben aus verschiedenen Fächern mit verschiedenen Lerninhalten enthält. In den dafür vorgesehenen Unterrichtsstunden besteht die Möglichkeit, den Wochenplan in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit zu erarbeiten. Die Wochenplanarbeit kann mit der Freiarbeit kombiniert werden und ist ein wesentlicher Bestandteil des Offenen Unterrichts. Die Hilfe des Lehrers soll nur dann in Anspruch genommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Auch bei der Kontrolle der erledigten Aufgaben steht die Selbstkontrolle des Schülers im Vordergrund. Anhand der Wochenplanarbeit sollen sowohl die Selbstständigkeit als auch die sozialen Kompetenzen gefordert sowie gefördert werden.

Stationenlernen

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Stationenlernen ist eine Form des offenen Unterrichts, bei der ein Thema über vielfache Zugänge erarbeitet und vertieft wird. Dazu werden einzelne Stationen aufgebaut, die dem Schüler selbständiges Arbeiten an jeder Station ermöglichen. Jedes Kind sollte so intensiv tätig sein, wie es im Moment vermag. Durch selbstbestimmte Auswahl der Stationen mit den dort angebotenen Übungen können die Schüler ihre Möglichkeiten erproben, sich so selbst bestätigen und sich in ihren Leistungsmöglichkeiten immer wieder neu erfahren. Jede Arbeit führt zu einem Erfolgserlebnis und regt zu neuem Tun an.

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Zusammengestellt: Sabine Schweder
Fotos: Schweder
Datum: 19.05.2006
© www.ganztaegig-lernen.de



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