„Kinderfreundliche Schule“

WHO-Checkliste „Kinderfreundliche Schule“ Die Initiative für kinderfreundliche Schulen der WHO (World Health Organization) möchte Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern gewinnen, um eine warme, ansprechende und zuverlässige Lernumgebung in Schulen zu schaffen.
Sie setzt sich ein für das Prinzip der Kooperation anstelle der Konkurrenz sowie eine unterstützende, offene Kommunikation in Schulen. Die Forderung nach Kinderfreundlichkeit kann als Grundlage benutzt werden, Veränderungen in der Organisation vorzunehmen, um die Attraktivität von Schulen zu verbessern. Mit der Checkliste kann die Lernumgebung erfasst werden. Sie bezieht sich auch auf mit der Schule verbundene Situationen wie Spielzeit, außerschulische Aktivitäten und Transport zwischen Schule und Elternhaus. Die momentane Fassung stellt einen Entwurf dar und wird zur Zeit in 20 Ländern weltweit erprobt. Lehrer/innen, Schulleitungsmitglieder und Vertreter der Schulträger sollten an der Einschätzung teilnehmen. Auch könnten zum Beispiel Hausmeister, Reinigungskräfte, Sekretariats- Mitarbeiter, Praktikanten, Zulieferer und Schulbusfahrer gefragt werden, ihre Sicht darzulegen.

Die Auswahl von Menschen wird von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Wozu soll die Checkliste verwendet werden? Das Hauptziel der Checkliste ist, das Bewusstsein von Lehrern/Lehrerinnen dafür zu schärfen, wie freundlich oder abweisend die Schule erlebt wird. Sie könnte als Grundlage für die Planung der Zukunft und der Strategien genutzt werden, um eine kinderfreundliche Schule zu erreichen. In Anlehnung an die WHO-Liste enthält die nachfolgende Liste nur die uns bezüglich sozialen Lernens wichtig erscheinenden Fragen. Die vollständige Checkliste (hier steht auch eine Version für die Grundschule zur Verfügung) kann unter folgender Adresse eingesehen und abgerufen werden:
WHO-CHeckliste "Kinderfreundliche Schule
Fachtagung in Mecklenburg/Vorpommern
Christian Utpatel von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass Ganztagsschulen sich zu „kindgerechten“ Schulen entwickeln müssen. Das neue Angebot an strukturierter Freizeit erschöpfe Kinder zusätzlich und die Durchsetzung einer pädagogischen Qualität sei allein noch nicht ausreichend, um eine kindgerechte und damit gute Schule zu sein. Nach seinen Ausführungen verändert sich der Bildungs- und Gestaltungsauftrag einer Ganztagsschule dahin, dass ein Perspektivwechsel zur „Sicht der Kinder“ erfolgen muss. Die Verbesserung der Lernbedingungen sei genauso wichtig wie das Erproben individueller Fördermaßnahmen. Nur so übernehme Schule tatsächlich eine Verantwortung für die Bildung von Kindern und Jugendlichen. Entspannung, gutes Essen, Bewegungsangebote, kindgerechte Raumgestaltung, Herzlichkeit und Geborgenheit seien zu entwickelnde Rahmenbedingungen, die jetzt nicht vergessen werden dürfen.
„Etwas zu lernen und etwas zu können, ist eine wunderbare Erfahrung, ich kann mitentscheiden und besonders machen mir Projekte Spass. Ich finde es spannend an verschiedenen Orten zu lernen, nicht nur in der Schule und wir haben keine Hausaufgaben. Wir kennen unsere Grenzen und Freiheiten, denn diese wurden mit uns abgestimmt. Ich habe keine Angst vor der Schule. Ich habe genug Platz und kann mich bewegen, dass Essen schmeckt und ich gehe in den Ferien gern in die Schule, um andere zu treffen und etwas gemeinsam mit Mitschülern zu machen.“ So ähnlich sollte es sich anhören, wenn Kinder von ihrer Ganztagsschule berichten. Im Rahmen des Begleitprogramms der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, beschäftigt sich die Werkstatt Lebenswelt, basierend auf dem Programm „Initiative für Große Kinder“, unter der Leitung von Oggi Enderlein und Prof. Krappmann, mit den Bedingungen einer kinderfreundlichen Schule. Christian Utpatel forderte die Pädagogen auf, diese Vision von einer guten Schule ein Stück weit zum Leitbild auch an der eigenen Schule werden zu lassen.
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