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Medienkonzept einer Ganztagsschule

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Die Potenziale der neuen Medien werden nicht durch den bloßen Einsatz im Unterricht abgerufen, sondern es bedarf eines begründeten didaktischen Konzeptes. Gerade die Ganztagsschule bietet die Möglichkeit, ein wirklich umfassendes Medienkonzept zu verwirklichen und allen Aspekten des Erwerbs von Medienkompetenz von heranwachsenden zu berücksichtigen . Ausgehend vom didaktischen Konzept, das den Ausgangspunkt und zentralen Baustein, sozusagen das „Herzstück“ darstellt, umfasst ein systematisches Medienkonzept technische, organisatorische und personelle Aspekte. Es sollte ganzheitlich im Team professionell – mit der notwendigen außerschulischen Unterstützung – konzipiert, systematisch umgesetzt und um ein nachhaltiges Fortbildungskonzept ergänzt werden. Das Medienkonzept bedarf dabei der ständigen Überprüfung und Fortschreibung. Es legt den groben Rahmen fest, initiiert also einen Prozess, der sich an den von Schuljahr zu Schuljahr fortschreitenden schulinternen und -externen Erfahrungen und dem jeweiligen Stand der Technik neu orientiert. (Lehrer-Online)

Schulentwicklung als Rahmen für die Umsetzung

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Auch wenn mit der Ganztagsschule neue und günstige zeitliche Rahmenbedingungen für eine lern- und entwicklungsfördernde Medienverwendung sowie für die Umsetzung von Kerncurricula und Wahlpflicht- sowie Wahlangeboten zur Medienbildung entstehen, ist damit die Umsetzung – wie wir alle wissen – noch lange nicht garantiert. Die Umsetzung erfordert Schulentwicklungsprozesse, die in mehrdimensionaler Weise curriculare, methodenbezogene, infrastrukturelle, organisationsbezogene und personale Entwicklungen verbinden. In solche Prozesse sollten vorhandene Ressourcen und Erfahrungen, z.B. in Schulbibliotheken sowie in kommunalen und Landes-Medienzentren, einbezogen werden. Zu diesen Fragen hat das FWU seinerzeit unter dem Titel „Von der Schulbibliothek zum schulischen Wissenszentrum“ eine wichtige länderoffene Tagung durchgeführt. Zudem liegt dazu ein Projektentwurf vor, der m.E. in die weiteren Überlegungen zur Gestaltung der Ganztagsschulen einbezogen werden sollte. Entsprechende infrastrukturelle Maßnahmen würden bei ihrer Umsetzung vielfältige Lern-, Arbeits-, Kommunikations- und Kooperationsformen im Sinne der bisherigen Ausführungen ermöglichen, insbesondere wenn sie durch angemessene Maßnahmen der Qualifizierung und Personalentwicklung begleitet werden. So würden Ganztagsschulen entstehen, in denen die Schülerinnen und Schüler sowohl Medienkompetenz als auch die Voraussetzungen zu einem sachgerechten, selbstbestimmten, kreativen und sozialverantwortlichem Handeln in der Informations- und Wissensgesellschaft erwerben können.

Beispiel für ein Medienkonzept

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... der katholischen Ganztagsschule an der Eichendorffschule in Hannover

Grundsätzliches Ziel: Erweiterung der Medienkompetenz bei Grundschülern durch Integration von Multimedia und Internet im Unterricht mit Hilfe mobiler Medienecken. 

Die Schule über sich:

Die Eichendorffschule ist eine katholische Ganztagsschule in der Trägerschaft der Stadt Hannover. Zurzeit besuchen 420 Schülerinnen und Schüler die Schule (durchgehende 4zügigkeit). Das Kollegium besteht aus insgesamt 26 Lehrkräften, die den neuen Technologien relativ aufgeschlossen sind. Als vor ein paar Jahren die Initiative „Schulen ans Netz“ ins Leben gerufen wurde, waren wir eine der wenigen Grundschulen in Hannover, die sich um Förderung bemühten und diese auch bekamen. Wir begannen kleinschrittig, zunächst mit einer AG die Computerarbeit einzuführen. Später gab es 2 AGs, wir richteten einen PC-Raum mit alten 386er PCs ein und der Computerunterricht wurde fest im Stundenplan verankert. Nachdem die Verbreitung des PCs in den Familien immer größer geworden war, waren unsere Rechner mit dem veraltetem Betriebssystem Windows 3.1 spätestens überholt. Neue Rechner mussten unbedingt angeschafft werden (siehe Punkt 2.). Seit dem Frühjahr 1998 ist die Schule mit einer Homepage im Internet präsent. Zunächst beschränkten sich die Informationen auf die Darstellung der Schule, mittlerweile können auch schon Schülerbeiträge eingesehen werden (allerdings noch zu wenige).


Ausgangsposition

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Die Eichendorffschule verfügt seit einem Jahr über einen neu gestalteten PC-Raum mit Computertischen und höhenverstellbaren, schülergerechten Drehstühlen mit insgesamt 18 PCs und max. 32 Arbeitsplätzen. Durch Sponsoring konnten wir 10 PCs (Pentium I, Win 95) und 10 neue 17“ Monitore erhalten. Ab diesem Zeitpunkt konnten wir mit den Kindern wieder aktuell arbeiten. Dies betraf nicht nur das Betriebssystem, sondern u.a. auch zeitgerechte Textverarbeitungsprogramme. In jedem Klassenraum steht mindestens ein PC (alt, 386er), den die Kinder im Unterricht oder in den Pausen benutzen können.

Seit 1998 ist der PC-Unterricht fest im Stundenplan verankert. Alle 3. und 4. Klassen haben wöchentlich eine Stunde Unterricht in ½ Gruppen – die andere Hälfte wird im Frühenglisch unterrichtet. Außerdem gibt es eine Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag für den Jahrgang 2 (Einführung in die Computerarbeit) und eine Arbeitsgemeinschaft für den Jahrgang 4 (Computer und Internet). Dieser Unterricht wird mittlerweile von 5 Lehrer/innen erteilt – früher waren es ein bis max. zwei Lehrer. Im Computerunterricht werden grundlegende Kenntnisse im Umgang mit dem PC, Benutzung von Anwendersoftware und Einführung ins Internet vermittelt. Für die jeweilige Stufe existiert ein Stoffverteilungsplan.

Darüber hinaus wird der PC-Raum in der 6. Unterrichtsstunde (Freistunde und Freizeitangebot) stark frequentiert – ca. 30 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt ist der Raum mit 16 Stunden wöchentlich fest belegt. In Zeiten der Nichtbelegung kann er zum Förderunterricht oder durch Klassen- bzw. Fachlehrer benutzt werden.  Durch das Übertragen der Verantwortung auf mehrere Kollegen/innen und das fast „verpflichtende“ Schreiben der Zeugnisse am PC ist die Medienkompetenz im Kollegium in den letzten beiden Jahren wesentlich erhöht worden. Wir selbst stufen die Medienkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler als hoch ein. Die Eichendorffschule ist eine Ganztagsschule mit „Verlässlicher Grundschule“ als Unterbau. Durch den Zugewinn an Unterrichts- und Lehrerstunden ist es geplant, den PC-Unterricht ab Klasse 2 einzuführen.   

Begründung für den Einsatz von mobilen Medienecken

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Mit unseren Erfahrungen mit der Computerarbeit in einem Fachraum sind uns die Vorteile aber auch die Nachteile dieser Arbeit bewusst. Ein „spontaner Besuch“ des Computerraums muss immer geplant und mit anderen Klassenlehrern/innen abgestimmt werden. Erstrebenswert wäre eine Mischung aus zwei Modellen: Dem Fachraum und Medienecken in jedem Klassenraum, wobei ein gesamtes Netzwerk entsteht. Mit einer mobilen Medienecke (8 Laptops, Drucker, Scanner, Beamer) kommen wir diesem Schritt ein wenig entgegen und können damit sehr variabel arbeiten. Je nach Projektthema, Know-how des jeweiligen Projektleiters (evtl. Klassenlehrer/in) und der Zusammenarbeit aller Beteiligten bieten sich vielfältige Möglichkeiten die Laptops einzusetzen:

- Alle Geräte stehen einer Klasse für einen festgelegten Zeitraum zur Verfügung / danach bekommt eine andere Klasse alle Geräte
- Zwei Klassen teilen sich die Geräte
- Die Geräte werden auf mehrere Klassen aufgeteilt etc. 
 
Durch diesen mobilen Einsatz kann der Computer situationsgerecht und projektorientiert für einen gewissen Zeitraum reformpädagogische Konzepte der Grundschularbeit fördern und unterstützen. Da das neue Medium  in diesem Fall nur für eine gewisse Zeit einer Klasse zur Verfügung steht, nimmt es schon eine Sonderrolle ein, die positive Effekte auslösen kann. Besser wäre natürlich eine dauerhafte Lösung, die keine Sonderstellung einnimmt. Danach kann der „herkömmliche Unterricht“ wieder stattfinden. Dieser ist insgesamt gesehen nicht zu vernachlässigen. 

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Durch diese Nutzung können neben dem sowieso stattfindenden Computerunterricht folgende allgemeine Forderungen und Ziele rechtzeitig (Grundschulalter) angestrebt, bzw. erreicht werden:

1. Frühzeitiger Einsatz zeitgemäßer Medien- und Kommunikationserziehung, bevor sich das Medienverhalten der Kinder verfestigt hat.
2. Entwicklung elementaren Vorverständnisses der neuen Technologien
Förderung der Medienkompetenz
3. Befähigung, die Informations- und Kommunikationstechniken kritisch zu beurteilen
4. Nutzung in individueller und sozialer Verantwortung
Erwerb von Einsichten in Grundlagen und Grundstrukturen dieser Techniken
5. Anbindung an die Erfahrungswirklichkeit der Kinder – mehr oder weniger intensiverer Kontakt zu Computern außerhalb der Schule
Förderung des gleichberechtigten Zugangs von Mädchen und Jungen zu den IuK Techniken.  
Klassenbezogene und Klassen/Jahrgangsübergreifende Projekte

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Ziel ist es, Projekte dieser Art durchzuführen. Sie können neben fächerübergreifenden Bereichen beispielhaft aus den Fächern Deutsch (z.B. Harry Potter) oder Sachunterricht (z.B. Der Igel oder Post / elektronische Post) entstehen. Dabei sollte immer folgender kurzer Leitfaden zur Durchführung von Projekten beachtet werden und Hilfestellung geben:

1. Texte im PC schreiben und gestalten / handgeschriebene Texte scannen
2. Informationsbeschaffung über das Internet, Computerlexika … / herkömmlich, Bücherei
3. Bilder am PC malen, digitale Fotografien bearbeiten / handgemalte Bilder scannen
4. Zusammentragen der Ergebnisse
5. Präsentation und damit verbundene Würdigung der Ergebnisse
6. Veröffentlichung über die schuleigene Homepage
7. Power Point Präsentation bei Schulveranstaltungen
8. Beiträge zur inhaltlichen Gestaltung der Schulzeitung
9. Erstellung einer CD-ROM  

Fördern und Fordern durch die Medienecke

1. zur Förderung leistungsstarker und leistungsschwacher Schüler/innen im differenzierten Unterricht (Differenzierungsmaßnahmen im Sinne von Fördern und Fordern)
2. im Tages- , Wochenplanunterricht und der Freien Arbeit, in Stationsarbeit und Lernzirkel im Förderunterricht, beim offenen Schulanfang, im Frühenglisch, Teilnahme an ausgewählten Internetprojekten  – mit entsprechender Lernsoftware – eingesetzt werden.   

Überlegungen zum Einsatz eines Beamers

Mit einem Beamer steht der Schule ein unverzichtbares Medium zur Verfügung, das die Arbeit in vielerlei Hinsicht optimiert und zugleich motivierenden Charakter für alle Beteiligten besitzt. Folgende Nutzungsmöglichkeiten sind vorgesehen:

Der Lehrer kann bei der Einführung verschiedener neuer Programme und kleinerer Arbeitsschritte den Schülern den Weg projizieren, die sie sofort an ihren Geräten  nachvollziehen können , Schülerarbeiten können direkt in der Klasse projiziert, besprochen und gewürdigt werden. Der Lehrer kann seine Unterrichtsvorbereitungen direkt im PC planen und dann präsentieren. Es entfällt aufwendiges Drucken, Kopieren und auf Folie ziehen (teures Drucken auf Folie)
Präsentation der Projekte bei Schulveranstaltungen o.ä. sowie zur Nutzung bei Dienstbeprechungen und Konferenzen. 
 
Beispiel eines Projekts -
Die Eichendorffschule Hannover – ein Bilder-Lese-Buch im Internet


Die Schule selbst zum Thema eines Projekts zu machen, bietet sich gerade für die Eichendorffschule als Traditionsschule mit großem Einzugsgebiet an. Sich in Projektarbeit mit der Geschichte und dem Alltag in der Eichendorffschule vertraut zu machen, bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich kreativ und produktiv mit „ihrer“ Schule auseinander zu setzen, sie besser kennen zu lernen und sich mit ihr zu identifizieren. Der Einsatz von Multimedia und Internet eröffnet ein breites Spektrum motivierender Arbeitsformen in unterschiedlichen Fächern wie auch fächerübergreifend. Alle Jahrgänge sollen entsprechend ihren Möglichkeiten und Kenntnissen in das Projekt einbezogen werden. So entsteht – auch jahrgangsübergreifend – ein Modell des gemeinsamen Lernens, nicht nur zwischen Lehrkräften und Schülern, sondern auch zwischen den Schülern untereinander, die ihr jeweiliges, den Möglichkeiten und dem Jahrgang entsprechendes "Experten"-Wissen einbringen können.

Es wird eine Vernetzung der Arbeit mit den neuen und den „klassischen“ Medien wie z. B. Texte schreiben, Malen und Audioaufnahmen angestrebt. Durch das Gestalten und Verfassen einfacher Internetseiten lernen die Schüler/innen im Fachunterricht und in Arbeitsgemeinschaften projektbezogen den Umgang mit der Textverarbeitung, einfacher Bildbearbeitung und –erstellung, die Recherche nach Material aus dem Internet sowie die elektronische Kommunikation per Email durch den Kontakt zu Partnerschulen und anderen Eichendorffschulen. Neben der Präsentation im Internet ist die Erstellung einer CD-ROM möglich, um zum einen Kindern ein "Ergebnis" ihrer Arbeit in die Hand zu geben, zum anderen die Darstellung der Schule auch dort zu ermöglichen, wo noch kein Internet-Zugang vorhanden ist.

Durch die mobilen Rechner, die über das Aktionsprogramm n-21 beantragt werden, kann der Medieneinsatz flexibel und unkompliziert  im normalen Fachunterricht realisiert werden, ohne ständig auf den Computerraum zurückgreifen zu müssen. Die Schüler/innen begreifen auf diese Weise den PC mit seinen Möglichkeiten als alltägliches Lerninstrument in ihrem Klassenraum und im normalen Fachunterricht, der Eindruck des "Computer-Unterrichts", der sich bei den Kindern auch durch den Raumwechsel und die dort vorhandene dominante Technik manifestiert, tritt in den Hintergrund. Selbstständiges Lernen wird auf diese Weise gefördert. 

Ziele:

- Einführung und Handhabung der Informations- und Kommunikationstechniken
- Fähigkeit zur Recherche und Auswahl von Material
- Wissenspool Internet nutzen lernen
- Förderung der Kommunikationsfähigkeit
- Förderung der Kreativität und Produktivität
- Förderung von kreativen Schreibprozessen
- Einbeziehung der Schüler aller Klassenstufen
- Präsentation der Schule und des Standortes für die Partnerschulen und die Öffentlichkeit

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Zusammengestellt: Sabine Schweder
Fotos: Schweder
Datum: 6.06.2006
© www.ganztaegig-lernen.de
 



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Ein auf die speziellen Bedürfnisse der Ganztagsschule ausgerichtetes pädagogisches Medienkonzept eröffnet in besonderer Weise Spielräume für den Einsatz neuer Medien öffnen

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