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Spaß am Lernen

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Lernen mit der Klasse(n)kiste an einer Schweriner Gundschule

Die Deutsche Telekom Stiftung hat sich auf den Weg gemacht und verteilt im ganzen Land die so genannten Klase(n)kisten für den Sachkundeunterricht in der Grundschule. Freies Lernen an Stationen ist damit thematisch und methodisch vorbereitet und ein „Griff“ in die didaktische Kiste genügt, um sich durch das Angebot dem wichtigsten pädagogischen Ziel zuzuwenden, nämlich Freiräume zu haben, um auf jedes Kind individuell einzugehen.

„Vom Chirurgen verlangen wir nicht, dass sie sich auf dem Weg zur Arbeit Verbandsstoff und scharfe Skalpelle besorgen, aber wir erwarten das Entsprechende von Lehrern. Das funktioniert nicht.“ So beginnt das Vorwort im didaktischen Begleitheft der „Klasse(n)kisten“ die die Deutsche Telekomstiftung an die Schulen der Bundesrepublik verteilt.

Experimentieren und entdecken – Lernen mit der Klasse(n)kiste

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„Warum sinkt eine kleine Eisenkugel, während ein großes Schiff aus Eisen schwimmt? Und wie reagiert Wasser, wenn verschiedene Gegenstände hineingetaucht werden? Kinder besitzen einen natürlichen Forscherdrang und interessieren sich für allerlei Phänomene aus Natur und Technik. Anschaulich vermitteln lassen sich diese Phänomene bereits in der Grundschule: Mit den von der Deutsche Telekom Stiftung geförderten Klasse(n)kisten erhalten Schüler und Lehrer die erforderliche Ausrüstung für spannende Entdeckungsreisen im Sachkunde-Unterricht. Wesentlicher Bestandteil des Stiftungs-Projekts ist eine Fortbildung für die Lehrer der teilnehmenden Grundschulen.“

Erleben dann lernen

Entwickelt wurden die Klasse(n)kisten an der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Kornelia Möller. Das erste Thema heißt "Schwimmen und Sinken". Die Sets enthalten Experimentiermaterialien wie Schwämme, Murmeln oder Wachs. Mit diesen Gegenständen werden im Unterricht unter anderem physikalische Eigenschaften wie die Dichte "entdeckt" und "erforscht".

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Der forschende und schülerorientierte Unterricht – der mit den Klasse(n)kisten unterstützt werden soll – vermittelt den Schülern neben dem Fachwissen auch naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen in einem sinnstiftenden Kontext und ermöglicht es, die Bedeutung und Grenzen naturwissenschaftlichen Arbeitens zu erleben und Naturphänomen ganz real zu begegnen. Die TIMSS – Befunde zeigen, dass die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler sowohl in Mathematik als auch in den Naturwissenschaften in einem breiten internationalen Mittelfeld liegen. Die Erträge sind im Großen und Ganzen durchschnittlich.

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Der Ansatz der Klasse(n)kisten ist das Lernen an Stationen und  gestattet die praktische Umsetzung einer Vielzahl von didaktisch bedeutsamen Prinzipien, wie z.B. dem genetischen Lernen, der Handlungsorientierung, dem kumulativen Lernen u.a. Durch die breite Anknüpfung an vorunterrichtliche Schülervorstellungen und einem wiederholten Rückbezug auf pädagogische Aspekte im Gesamtprozess des kindlichen Erkenntnisgewinns, wird das vernetzte Denken der Schüler geschult und naturwissenschaftliche Problemlösungskompetenz erworben. Da die Schüler ihre eigenen Vorstellungen beim Einsatz der Klasse(n)kisten unmittelbar mit einbringen können und im Verlauf ein hohes Maß an eigener Aktivität entwickeln, wirkt der forschend entwickelnde Unterricht stark intrinsisch motivierend.

Aktivierender Unterricht

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Das Stationenlernen an sich ist zählt zu den aktivierenden Unterrichtsmethoden. Im Rahmen einer Ganztagsschule gleicht es dem Prinzip einer Lernwerkstatt. Lernwerkstätten sind Räume, die nach dem Prinzip der "anregenden Lernumwelt" gestaltet sind. Sie bieten einen Gegenentwurf zum lehrgangsförmigen Unterricht und bilden somit eine methodische Lernalternative. Die Entstehung und Verbreitung von Lernwerkstätten steht in engem Zusammenhang mit der Inneren Reform und Öffnung der Schule, vor allem im Bereich der Grundschule.

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Stationenlernen ist eine Form der Freiarbeit, bei der ein Thema über vielfache Zugänge erarbeitet und vertieft wird. Dazu werden einzelne Stationen aufgebaut, die dem Schüler selbständiges Arbeiten an jeder Station ermöglichen. Jedes Kind kann so intensiv tätig sein, wie es im Moment vermag. Durch selbstbestimmte Auswahl der Stationen mit den dort angebotenen Übungen können die Schüler ihre Möglichkeiten erproben, sich so selbst bestätigen und sich in ihren Leistungsmöglichkeiten immer wieder neu erfahren. Jede Arbeit führt zu einem Erfolgserlebnis und regt zu neuem Tun an.

Hilfestellung für ein besseres Lernen für alle

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An der Schweriner „Grundschule am Mueßer Berg“ wurden die Klasse(n)kisten durch den Geschäftsführer der Deutschen Telekom Stiftung, Herrn Dr. Winter und dem Bildungsminister Mecklenburg/Vorpommerns, Prof. Metelmann an 287 Schülerinnen und Schüler die in die 1. – 4. Klasse gehen, übergeben. Mit Begeisterung und Dankbarkeit wurden diese Unterrichtsmaterialien entgegengenommen und werden nachhaltig die dortigen schülerorientierten Unterrichtsmethoden, im Sachkundeunterricht, unterstützen – so Schulleiterin Frau Antemann. Ein Viertel der Kinder haben an dieser Schule einen Migrationshintergrund.

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Freies und selbstorganisiertes Arbeiten verschafft den Pädagogen dieser Schule Freiräume für eine Individualisierung des Lernens und erlaubt ein viel intensiveres Eingehen auf Kinder mit Sprachproblemen. Frau Janz, Lehrerin an der Schule, betont, dass sie auf solche methodische und inhaltliche Unterstützung angewiesen ist, um sich gezielter um individuelle Lernfortschritte bei den Kindern zu kümmern. Mit dem Angebot der Klasse(n)kisten verbindet sie eine Hilfestellung zu einem besseren Lernen für alle.

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Zusammengestellt: Sabine Schweder
Fotos: Schweder
Datum: 8.06.2006
© www.ganztaegig-lernen.de
 

 


 



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