Im Mittelpunkt der Mensch: Individuelle Förderung gemeinsam gestalten

Jedes Kind lernt anders – aber alle wollen lernen. Schule muss sich auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Interessen und Potenziale des einzelnen Schülers und der Schülerin einstellen. Eine Kooperation mit Partnern, die außerhalb der Schule Zugang zu den jungen Menschen haben, kann dabei helfen. Es gibt viele erfolgreiche Wege, die individuelle Förderung mit allen Partnern gemeinsam zu gestalten.
Experten im Forum 1
Moderatorin: Beate Dapper
Reinhilde Böhm  Kooperative Förderplanung
Reinhilde Böhm vom Beratungszentrum Integration am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung der Stadt Hamburg stellt in ihrem Forum Handwerkszeug für kooperative Förderung vor: Es geht um die kooperative Förderplanung nach Dr. Almut Köbberling genauso wie um den Lernpass zur Veränderung des Unterrichts nach Schipull/Sturm. Beide Ansätze werden auch im Kontext notwendiger institutioneller und personeller Rahmenbedingungen diskutiert.
Sibylle Hausmanns  Inklusion: Ganztagsschule für alle Kinder
Sibylle Hausmanns von der Bundesarbeitsgemeinschaft „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“, einer in 13 Bundesländern aktiven Elternorganisation, sucht mit Ihnen das Ge-spräch über die Chancen von Ganztagsschulen für das gemeinsame Lernen. Die Bun-desarbeitsgemeinschaft wirbt für eine Schule, in die alle Kinder und Jugendlichen eines Einzugsbereiches gehen – unabhängig davon, ob sie einen besonderen Förderbedarf haben. Diese Arbeitsgruppe ist nicht nur ein Angebot für engagierte Eltern, sondern auch für Pädagoginnen und Pädagogen, das gemeinsame Ringen um eine gute (Ganztags-) Schule voran zu bringen.
Wolfgang Vogelsaenger und Stefanie Wilkening  Heterogenität, die Chance für individuelles Lernen
Wolfgang Vogelsänger und Stefanie Wilkening von der IGS Göttingen vertreten die Werkstatt „Unterricht und Förderkonzepte“ im Ganztagsprogramm der DKJS. Sie führen in dieses Forum ein und lassen Sie erleben, dass Individualität und Verschiedenheit geradezu Voraussetzungen für Kooperation sind. Das betrifft die Ebene der Schülerinnen und Schüler genauso wie die der Pädagoginnen und Pädagogen. Wenn man versteht, akzeptiert und nutzt, was man selbst und was andere in einen gemeinsamen Arbeitsprozess einbringen können, kann man das Gruppenergebnis verbessern und sich selbst weiter entwickeln.
Alina Bongk, Michael Kohl und Stefanie Reising  Patenschaften für Kinder mit Migrationshintergrund in Kindergärten und Grundschulen
Alina Bongk, Michael Kohl und Stefanie Reising vom Spessart-Gymnasium in Alzenau stellen eine Projektidee vor, die Schule machen sollte: Schülerinnen und Schüler dieser Schule haben Patenschaften für Kinder mit Migrationshintergrund in Kindergärten und Grundschulen übernommen. Die Kleinen lernen die deutsche Sprache und bekommen Hilfe bei den Hausaufgaben, die Großen erlangen soziale Kompetenzen und werden von einer Lehrkraft und mit sozialpädagogischen Fortbildungen unterstützt.
Dr. Thomas Vogelsänger Checklisten zur Qualitätsentwicklung
Dr. Thomas Vogelsänger von Impuls IfS und Vertreter der Werkstatt „Unterricht und Förderkonzepte“ im Ganztagsprogramm der DKJS zeigt, wie Checklisten zur Qualitätsentwicklung den Schulentwicklungsprozess an (werdenden) Ganztagsschulen unterstützen können. Dabei wird die Verbesserung der individuellen Förderung in den Mittelpunkt gestellt. Dass eine Arbeit mit Checklisten und Handlungshilfen ein anregender Teamprozess ist, wird in diesem Forum erlebbar werden: Geplant ist, sie in Unterarbeitsgruppen praktisch zu erproben.
Prof. Dr. Witlof Vollstädt Individuell fördern durch abgestimmte Konzepte selbstgesteuerten Lernens
Prof. Dr. Witlof Vollstädt, BLK Verbundprojekt „Lernen für den Ganztag“, plädiert dafür, Kinder und Jugendliche individuell zu fördern, indem ihre Lernkompetenz gestärkt wird und ihnen selbst gesteuerte Lernprozesse eröffnet werden. Was das mit Kooperation zu tun hat? Voraussetzung für erfolgreiches selbst gesteuertes Lernen ist eine enge Kooperation mit jedem Schüler, jeder Schülerin, aber auch mit Kolleginnen und Kollegen in fä-cherübergreifenden Teams.
Jörg Lehmann Gewalt- und Suchtprävention bei Schülerinnen und Schülern
Jörg Lehmann von buddy e.V. zeigt Ihnen u.a. durch einen Film, wie Gewalt- und Suchtprävention bei Schülerinnen und Schülern durch gezielte Förderung von sozialem Lernen erfolgen kann: Und dabei werden Schülerinnen und Schüler gefördert, die von Misserfolgsbiographien bedroht sind – und zwar durch andere Schülerinnen und Schüler. Das macht alle zu Gewinnern.
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