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Werkstatt Schule wird Lebenswelt

Wenn sich Kinder über den Mittag hinaus in der Schule aufhalten, fällt  der Schule eine zusätzliche  Verantwortung für die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen zu.
Die Zunahme von  Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Zivilisationserkrankungen im Kindesalter weist darauf hin, dass die Lebenssituation besonders der Kinder im so genannten Schulalter  zu oft weder altersgemäß noch entwicklungsförderlich ist.  Wenn Verhalten, Schulleistungen, körperliche, motorische, soziale Abweichungen von vorgegebenen Normen und Standards abweichen, wird in der Regel versucht, diese mit therapeutischen und/oder sonderpädagogischen Behandlungen zu „reparieren“.
Die Frage, inwieweit die Probleme von Kindern auch damit zusammen hängen, dass spezielle, alterstypische Bedürfnisse nicht mehr ausreichend befriedigt werden können, wird dagegen selten gestellt.
Aus verschiedenen Forschungsergebnissen ist bekannt, dass sich zum Beispiel ausreichend freie, selbst bestimmte Bewegung,  eigenständige Aktivitäten, das Zusammensein mit Gleichaltrigen unter zurückgenommener Aufsicht,  Mitsprache, individuelle Lernmöglichkeiten, nicht nur  positiv auf die Lernleistungen auswirken, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit sind und darüber hinaus Berufs- und Lebenskompetenzen fördern, die jungen Menschen heute oft fehlen und auch entscheidend für die Gesundheit sind.

Angesichts der oft ungünstigen Lebensbedingungen vieler Kinder ist Ganztagsschule eine Chance, speziell Kindern vor der Pubertät verloren gegangene Lebensqualität zurück zu geben.

punkt.jpgWas brauchen Kinder? 

Es geht um den Perspektivenwechsel


Statt zu fragen, wie das Kind/der Jugendliche sein muss, um der Schule gerecht zu werden,  sollten sich die verantwortlichen Erwachsenen in ihrem Handeln an der Frage orientieren:
wie muss die Schule sein, damit sie dem  Kind/Jugendlichen gerecht wird?

Dafür müssen die verantwortlichen Erwachsenen

  • über alterstypische, Verhaltensweisen, Belange und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen informiert sein,  
  • wissen, welche Bedeutung diese Verhaltensweisen und Bedürfnisse für die kognitive, soziale, emotionale und körperliche Entwicklung haben,
  • Im Schulalltag entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stellen.

Die „Werkstatt Schule wird Lebenswelt“  sammelt und vermittelt  Wissen und Erfahrung aus verschiedenen Forschungs- und Praxisbereichen zu Themen, die für die gesunde körperliche, emotionale, soziale und auch kognitive Entwicklung von Kindern entscheidend sind. Zum Beispiel:

  • Bewegung, Geschicklichkeit, Körpererfahrung
  • Begegnung und Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen,
  • selbst bestimmte Aktivitäten / Eigenverantwortlichkeit
  • Selbstwirksamkeit
  • Erkunden, entdecken, erforschen, erfinden, konstruieren.
  • Umgang mit und Lernen von sozialen Gesetzmäßigkeiten, kulturellen Normen, moralischer Richtlinien.

Über die Serviceagenturen der Länder unterstützt die Werkstatt Schulen, Schulpartner, Schulträger, Kommunen und andere Interessierte dabei, altersgerecht auf die spezifischen Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen einzugehen. Publikationen, Beratungen, Vorträge, Fortbildungen werden  zum Beispiel zu den folgenden Themen, vermittelt:

  • Die soziale, emotionale, körperliche und kognitive Entwicklung zwischen Vorschul- und Jugendalter
  • Entwicklungsfördernde Angebote und Strukturen in der Ganztagsschule
  • Entwicklung von Schlüsselqualifikationen
  • Balance von Freiraum und Grenzziehung
  • Umgang mit Konflikten, Verhaltens- und Sozialproblemen
  • individuelle Herausforderung
  • Gestaltung des Mittagsbandes und der Pausen
  • Gestaltung von Schulgebäuden und -gelände
  • Altersgerechte Beteiligung
  • Kinderrechte in der Schule

Die Arbeit der Werkstatt Schule wird Lebenswelt wird von der „Initiative für Große Kinder“ (www.initiative-grosse-kinder.de) begleitet. In dieser zivilgesellschaftlichen Initiative ist Wissen und Erfahrung aus unterschiedlichen Professionen versammelt, die zusammengetragen einen erweiterten Blick auf die spezifischen und entwicklungsrelevanten Lebensbedürfnisse der Kinder zwischen Vorschul- und Jugendalter ermöglichen.

Projektleitung der Werkstatt:
Dipl.-Psychologin Oggi Enderlein
Freiberufliche Kinder- und Jugendpsychologin und Supervisorin BDP
Erlenweg 70A
14532 Kleinmachnow Tel. 033203-70733
Fax.033203-70731 eMail: o.enderlein@ganztaegig-lernen.de

Materialangebote:

  • Groß werden mit der Ganztagsschule (Dokumentation DKJS)
  • Ganztagsschule aus Sicht der Kinder: weniger oder mehr Lebensqualität? (Themenheft 8)

Material  von Anbietern außerhalb der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung:

  • Kinderrechte in Kindertageseinrichtungen und Schule Dokumentation des 5. Deutschen Kinderrechte Tages vom 18./19. November 2006 in Bad Boll 

Links zum Thema:



Themen
Praxis & Materialien
Serviceagenturen
Schulentwicklung

 

GANZTAGSSCHULE AUS SICHT DER KINDER:
WENIGER ODER MEHR LEBENSQUALITÄT?
Oggi Enderlein
Werkstatt „Schule wird Lebenswelt“
ISBN 978-3-9811265-6-3

   Download (PDF, 2 MB)


 

Material zum Programm

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punkt.jpgPoster 1
punkt.jpgPoster 2


Eine Kindergerechte Schule!

23 Thesen für eine gute Ganztagsschule

Die folgenden Thesen gehen von den entwicklungsspezifischen Lebensbedürfnissen von Kindern zwischen etwa 6 und 14 Jahren aus. Sie wollen dazu anregen, die Kinderperspektive einzunehmen. Sie stellen die Rechte des Kindes auf gesunde körperliche, geistige, soziale und emotionale Entwicklung, auf lernende Einführung in die Welt des Wissens und Könnens und ihre Beteiligung und Verantwortung an der Gestaltung gemeinsamen Lebens ins Zentrum pfeil.jpg

Von Lothar Krappmann und Oggi Enderlein

Initiative für Große Kinder

Hier finden Sie die Homepage der Initiative für Große Kinder.

Eine kurze Präsentation über die Arbeit der Werkstatt "Schule wird Lebenswelt" können Sie hier herunterladen:

ppt_klein.gif Werkstattpräsentation

Lebens- und Lernort Schule-Hort – Was brauchen Kinder?

Lesen Sie hier den Vortrag von Oggi Enderlein auf der Fachtagung „Ganztag – Grundschule und Hort im Dreiklang von Bildung, Erziehung, Betreuung“ des Landesinstituts für Schule und Medien (LISUM), des Sozialpädagogischen Fortbildungswerks (SPFW) und der  Landeskooperationsstelle Schule-Jugendhilfe am 12. November 2004 in Ludwigsfelde.