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Mobile Zukunftswerkstatt

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von Viktoria Schmidt von der Servicestelle für Jugendbeteiligung

Vom 8.-10.6.07 trafen sich in Jena junge „MobiZ- Piloten“ um über die Vergangenheit zu diskutieren, die Gegenwart zu analysieren und die Zukunft zu planen.

Die mobile Zukunftswerkstatt existiert seit knapp drei Jahren und wurde von Jugendlichen initiert. Die Idee zu diesem Projekt entstand  bei einem Bundesarbeitskreis „Schüler gestalten Schule“ im Jahr 2004. Daraus  ist inzwischen ein reales, spannendes Projekt entstanden. Die Mobile Zukunftswerkstatt (MobiZ) ist eine Großgruppenmethode, mit der SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, sowie außerschulische Partner in einer Kritik-, Visionen, und Realisierungsphase ein Konzept für ihre Schule der Zukunft entwickeln und anfangen ihre Schule nach ihren Vorstellungen zu verändern. Die Grundidee lautet: „Nur wenn alle ihre Schule mitentwickeln und mitbestimmen können, kann Schule Spaß machen und Lernen erfolgreich sein.“ Moderiert werden diese MobiZ-Einsätze von Jugendlichen, die zu „MobiZ-Piloten“ ausgebildet sind. 16 von ihnen trafen sich vom 8.-10.6.07 in Jena  zu einem Vernetzungstreffen, das sehr viel neuen Schwung in das Projekt brachte.

Es ist Freitag abend,  die Sonne strahlt und es sind knapp 30 Grad, als die Mehrheit der Teilnehmer des Vernetzungstreffens der „Mobilen Zukunftswerkstatt“ in einer Jugendherberge in der Thüringer Stadt Jena ankommt. Einige kennen sich bereits, doch es gibt auch neue Gesichter, die frischen Wind in die Gruppe bringen.

Kein Weichspülprogramm anwenden

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Nach einer Vorstellungsrunde erfolgt die Zieldefinition der „MobiZ“. in Form  einer Kartenabfrage. An vorderster Stelle steht  bei vielen die Partizipation unter Einbezug aller, die am Komplex Schule beteiligt sind, vor allem jedoch der Schülerinnen und Schüler. Für David Weigend, ist auch wichtig dass das Projekt jung und radikal bleibt. „Wir sind keine Sozialpädagogen, die standartmäßig ihr Weichspülprogramm anwenden“ meint der 20-jährige aus Berlin. Auch die Nachhaltigkeit wird nicht vergessen. „Es müssen nachhaltige Projekte initiiert werden, die eine selbstständige Schulentwicklung  gewährleisten“ erklärt Katharina Horn aus Hessen. Die erwünschten Effekte sind dabei zum Beispiel ein breites Spektrum an aktiven SchülerInnen  und eine bewusste Identifikation mit der Schule. Am Ende des Tages machen sich die jungen Leute auf den Weg, um das Zentrum und die besten Cafes der Studentenstadt Jena zu erkunden. 

Nachbereitung und Nachbetreuung


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Die IST- Analyse ist der Hauptpunkt des kommenden Tages. Nach dem Frühstück geht es mit Flipchart, Eddings und Moderationskoffer raus an die frische Luft, wo  Dinge, die im Projekt gut und weniger gut laufen  besprochen werden. Als positiv werden Punkte, wie die hohe Nachfrage nach mobilen Zukunftswerkstätten an Schulen, die besser gewordene Möglichkeit zur Einbindung für die Piloten in die Thematik die erfolgreich abgelaufene Pilotenausbildung und die daraus entstandenen guten Voraussetzungen. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Für Marco Schubert aus Sachsen ist die Freistellungsproblematik ein großer Kritikpunkt: „Es ist nach wie vor sehr schwer sowohl für die Piloten als auch für die Schüler vom  Unterricht freigestellt zu werden. Dass es manchmal einem die Lust an der ganzen Sache verschlägt, ist dann auch kein Wunder.“  Auch die schwierige Finanzierung und  die fehlende Nachbereitung und Nachbetreuung von Schulen ist ganz oben auf der Liste.

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Nun werden die Probleme beim Schopf gepackt und es geht in die konkrete Verbesserungsplanung. Die Teilnehmer teilen sich in insgesamt vier Arbeitsgruppen zu den Themen Nachbetreuung, Materialbox, Betreuungsbogen und eine Nachbereitungscheckliste auf. Es wird fleißig diskutiert und geplant. Danach werden die Ergebnisse präsentiert. Die Arbeitsgemeinschaft, die sich um den Betreuungsbogen gekümmert hat, schlägt  Methoden, wie die Führung eines Projekttagebuchs  und eine quantitative Evaluation an der Schule vor. Die Ergebnisse sollen in einem Ordner  verpackt für die Schulen zur Verfügung stehen. In der  Gruppe für Nachbereitung und Nachbetreuung wird sowohl über  die Materialien und das Konzept zur Nachbereitung gesprochen. „Wir als MobiZ-Team machen nicht nachhaltige Schulbetreuung, sondern vermitteln an nachhaltige Betreuungsangebote. Wir sind quasi die Partnervermittlung, die Kontakt hält und nach Ergebnissen fragt.“ lauten die Worte von Jasper Grimbo.

Ein gutes Gefühl !

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Die Aufgabenverteilung erfolgt schließlich am Tag der Abreise. Die einen erklären sich bereit eine Öffentlichkeitsarbeitsmappe oder einen Evaluationsbogen zu erstellen. Andere wollen sich um die Errichtung eines Portals oder die Erstellung von Zertifikaten kümmern.  Nachdem alle gut mit Informationen und Aufgaben versorgt wurden, geht es zu abschließenden Mittagessen. An einem großen Tisch mit vollen Tellern wird auch eine kurze Blitzlichtrunde gehalten, bei der jeder seinen Eindruck von dem Treffen schildern kann. Die meisten sind positiv überrascht sowohl von der Stimmung, als auch von den Ergebnissen. Thomas Tobor, aus Hamburg ist einer älteren MobiZ –Piloten, sagt: „Ich finde es toll, dass es wieder so ein Treffen gegeben hat, bei dem sowohl alte als auch neue Hasen zusammenkommen. Ich habe jetzt ein gutes Gefühl, wenn ich an die Zukunft der MobiZ denke und freue mich auf MobiZ- einsätze mit  aktiven MobiZ-Piloten.

 

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Fotos: Viktoria Schmidt
Datum: 21.06.2007
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