Lebens- und Lernort Schule-Hort – Was brauchen Kinder?von Oggi Enderlein
Vortrag
auf der Fachtagung „Ganztag – Grundschule und Hort im Dreiklang von
Bildung, Erziehung, Betreuung“ des Landesinstituts für Schule und
Medien (LISUM)/Sozialpädagogisches Fortbildungswerk (SPFW),
Landeskooperationsstelle Schule-Jugendhilfe am 12. November 2004 in
Ludwigsfelde
1. Einleitung
Die Frage „Was brauchen Kinder?“ – wohl bemerkt: im Schulalter – wird in unserem Land nicht so oft gestellt.
Sobald Kinder in der Schule sind, liegt den meisten Erwachsenen nämlich
eine andere Frage näher: „Was müssen wir Erwachsenen unternehmen, damit
die Kinder so werden, wie wir es für notwendig halten? – Wie müssen wir
sie erziehen?“
Je nachdem, um welche Erwachsenen es sich handelt, fällt die Frage unterschiedlich aus:
- Bei Politikern lautet sie: Was müssen unsere Schüler wissen und
können, damit die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft international
konkurrenzfähig bleibt und die Renten gesichert sind?
- In der Wirtschaft wird gefragt: Was können wir auf den Markt
bringen, was kann zum Modeprodukt „promotet“ werden, damit es die Kids
und ihre Eltern kaufen, z.B. Schlabberhosen, Kickboards, Scoubidous?
- Die Krankenkassen interessieren sich für die Frage: Wie können
wir erreichen, dass die Kinder wieder schlank werden, damit die Kassen
später nicht so viel für Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes
ausgeben müssen?
- Lehrerinnen und Lehrer stellen sich die Frage: Wie kann ich das
vorgeschriebene Pensum vermitteln, damit es wenigstens der größere Teil
der Schüler/innen ver-steht und auch beherrscht? Wie kann ich Ruhe in
der Klasse herstellen, wie beherrsche ich aufsässiges Verhalten?
- Vater und Mutter fragen (sofern sie an der Entwicklung ihrer
Kinder interessiert sind, was leider nicht immer der Fall ist): Was
muss mein Kind können, um mit den anderen mitzuhalten? Wie kriege ich
mein Kind dazu, etwas zu tun oder zu lassen, was ich will? Welche
Leistung muss es bringen, um zu einem vernünfti-gen Bildungsabschluss
zu kommen, damit es später nicht arbeitslos oder gar kriminell wird?
Wie halte ich es von schlechtem Einfluss ab?
- Ärzte sehen Kinder meist als Patienten und stehen oft unter dem
Druck, Medikamente zu verschreiben, zum Beispiel gegen Zappeligkeit,
Konzentrationsschwä-che, Aggressivität, Schlafprobleme, Bauch- und
Kopfschmerzen.
Wie das Leben aus der Perspektive der Kinder aussieht, gerät dabei oft ins Hinter-treffen.
Deshalb möchte ich Ihnen zu diesem Thema zunächst ein paar
aufschlussreiche Daten nennen. In einem zweiten Schritt wird
dargestellt, was Kinder zwischen Einschulung und Pubertät brauchen, um
sich gesund zu entwickeln und gut zu lernen. Drittens soll deut-lich
werden, worauf geachtet werden muss, wenn Kinder einen wesentlichen
Teil ihres Tages in der Schule verbringen.
2. Einige Daten zum Befinden der Kinder in unserem Land
Im Jugendgesundheitssurvey 2003 geben Schülerinnen und Schüler der 5.,
7. und 9. Klassen an, dass sie fast jede Woche, mehrmals pro Woche oder
fast täglich unter fol-genden psychosomatischen Symptomen leiden:
- Müdigkeit/Erschöpfung 46,2 %
- Schlechte Laune/Reizbarkeit 30,5 %
- Einschlafstörungen 26,9 %
- Kopfschmerzen 24,5 %
Für die 5. und 7. Klassen wurde festgestellt, dass 20 % der
Schüler/innen zumindest grenzwertig psychisch auffällig sind (mehr
Mädchen als Jungen) und 27 % der Jungen Verhaltensprobleme haben.
Schule ist Angstfaktor Nummer eins bei Schulkindern – so das jüngste
Kinderbarometer aus Nordrhein-Westfalen. Auch aus anderen Studien
wissen wir, dass viele Kinder in Deutschland Angst vor der Schule
haben. Und gleichzeitig wird Unterricht häufig als langweilig erlebt –
je älter die Kinder sind, umso mehr!
Erziehungsberatungsstellen machen die Erfahrung, dass die emotionalen
Belastungen von Kindern zunehmend häufiger so weit gehen, dass immer
jüngere Kinder mit dem Gedanken spielen, sich das Leben zu nehmen.
Im Jugendgesundheitssurvey 2003 wurde festgestellt, dass diese Symptome ganz klar mit dem erlebten Schulstress zusammenhängen.
Wenn man sich eine Klasse mit 24 Schüler/innen vorstellt, von denen
acht Kopf- oder Bauchschmerzen haben, fünf übermüdet herumhängen,
sieben Jungen verhaltensauf-fällig agieren, um die Aufmerksamkeit auf
sich zu ziehen, vier Mädchen voller Sorgen vor sich hingrübeln, fünf
als psychiatrische Grenzfälle gelten können, und elf latente Angst
haben, dann wird deutlich, dass unter diesen Bedingungen keine gute
Arbeits-stimmung aufkommen kann. Zum Glück sind die „normalen“
Schülerinnen und Schüler immer noch in der Mehrzahl, aber auch sie
werden durch ihre belasteten Klassenkame-raden in ihrem Lerneifer und
Wohlbefinden gebremst. Hinzu kommt, dass die belasteten Kinder oft
unter mehreren Symptomen gleichzeitig leiden. Auch die Lehrerinnen und
Lehrer geraten immer mehr unter Druck, und allen Beteiligten vergeht
die gute Laune. Mehr von dieser Art des Schulalltags – auch noch am
Nachmittag – wäre deshalb fatal.
Doch wie sehen denn die Nachmittage der meisten Kinder heute aus?
Jedenfalls ist kaum noch ein Kind so recht in der Lage, sich von der
Schule zu erholen und einen Ausgleich zu finden, weil die
Halbtagsschule längst keine Angelegenheit mehr ist, die spätestens um
15 Uhr, wenn die Hausaufgaben erledigt sind, ad acta gelegt werden
kann. Die Zeit für Schularbeiten ist in den letzten Jahren deutlich
angestiegen (ARD/ZDF-Studie „Kinder und Medien 2003“). In
bildungsorientierten Familien kommen Nachhilfeunterricht und andere
Sonderunterrichte dazu. Das Leben vieler moderner Kinder ist weit in
den Nachmittag und Abend hinein von Lern- und Leistungsanforderun-gen
bestimmt, die von Erwachsenen vorgegeben sind.
Damit steigt der Druck an Belastungen, durch den nicht nur die Kinder
krank und auffäl-lig werden. Auch viele Eltern werden zunehmend nervös
und geraten selbst unter Druck, wodurch sich die Symptome der Kinder
weiter verschärfen können. Unter dieser Ent-wicklung leidet dann wieder
die ganze Familie, und nicht wenige Familien zerbrechen letztlich am
Schulstress. Häufig wird dann von Lehrern und Psychologen das Argument
vorgebracht, dass ein Schüler oder eine Schülerin schlechte Noten
schreibt oder sich auffällig verhält, weil er oder sie aus einer
Trennungsfamilie kommt. Wie häufig Stress in der Schule der eigentliche
Auslöser der Probleme war, wird fast nie thematisiert.
Die gesunde Entwicklung der Kinder kann aber nicht nur durch die Schule
eingeschränkt werden. Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren sitzen
zwei bis drei Stunden pro Werktag vor dem Fernsehgerät, bewegen sich
nur noch etwa eine Stunde pro Tag aktiv, sind weniger draußen, schlafen
weniger als noch vor zehn Jahren („Kinder und Medien 2003“,
Jugendgesundheitssurvey 2003). Etwa 20% der Mädchen und 25% der Jungen
sind wirklich dick, Ausdauer- und Koordinationsfähigkeit nehmen von
Jahrgang zu Jahr-gang ab.
Doch wie kann den Kindern geholfen werden? Durch mehr Unterricht, mit
Medikamen-ten, mit Krankengymnastik, mehr Sport, mit autogenem
Training, Psychotherapie oder Diäten?
Vielleicht können wir eine richtige Antwort dadurch finden, indem wir
betrachten, was Kinder natürlicherweise tun, wenn sie nicht unter der
Anleitung von Erwachsenen ste-hen, und uns dann fragen, welchen Sinn
diese Tätigkeiten in Bezug auf ihre Entwicklung haben könnten.
Wenn Sie sich selbst einmal in die Zeit zurück versetzen, als Sie etwa
acht bis zehn Jahre alt waren, also zwischen der 2. und 4. Klasse: Was
haben Sie gemacht, wenn keine Schule war und Sie nicht unter der
Aufsicht oder Anleitung von Erwachsenen standen?
Eine etwa 40jährige Frau, die in Süddeutschland in einem Weinbaugebiet
aufgewach-sen ist, erzählte mir folgendes Beispiel: „Da saß ich mit
meiner Freundin auf einer Brücke am Flüsschen. Die Füße reichten gerade
nicht bis zum Wasser. Und dabei ein Tütchen lila Brausepulver schlotzen
(lutschen): Wer die lilanere Zunge hatte! Und dann
das Tütchen ins Wasser werfen, zur nächsten Brücke laufen, das Tütchen
rausfischen – und weiter dran schlotzen: Das war das Größte!“
3. Worum geht es? Was geschieht?
In der Zeit zwischen Einschulung und Pubertät dominieren bei den Kindern folgende selbstbestimmte Aktivitäten:
- mit Gleichaltrigen zusammen sein
- die Welt außerhalb des Elternhauses entdecken, mit ihren Elementen spielen,
- etwas tun, was man sich selbst ausgedacht hat,
- Geheimes, Verbotenes, Riskantes oder Ungehöriges tun,
- sich bewegen, verbunden mit Herausforderungen an die
Geschicklichkeit und all-gemeiner Körpererfahrung, aus eigenem Antrieb
etwas „Nützliches“ tun,
- Gefühle erleben und ausdrücken.
- Welche Bedeutung haben diese offenbar alterstypischen Tätigkeiten für die Entwicklung der Persönlichkeit?
3.1 Die Entwicklung sozialer Kompetenz
- In jeder Altersphase lernen wir Grundstrukturen unserer Welt,
unseres Lebens kennen: im ersten Jahr Grundbeschaffenheiten wie
trocken-nass, Tag-Nacht, bekannt-fremd und so weiter. Im Kleinkindalter
kommen Ordnungsstrukturen wie Sprache, Farben, Zahlen hinzu, aber auch
Zeitzusammenhänge wie heute, morgen und gestern, soziale Normen wie
mein-dein und „Danke“-Sagen, sowie soziale Bezüge wie Tante, Cousine
oder Chef.
- Erst im Alter zwischen etwa sieben und dreizehn Jahren lernen wir
den Umgang mit sozialen Gesetzmäßigkeiten: Es geht darum, was fair ist
und was unfair, was gemein ist, was „gildet“ und was nicht, was
Vertrauen und was Verrat bedeutet und vieles mehr. Kinder in diesem
Alter wollen und müssen herausfinden, wann, warum und wie jemand
emotional reagiert: Wann jemand zum Beispiel beleidigt ist oder wütend
wird, womit man jemanden erschrecken kann, oder wie man jemandem eine
Freude macht, jeman-den aufmuntert oder was Trost bedeutet. Es geht
außerdem darum, die eigene Rolle und Position innerhalb der eigenen
Altersgruppe zu finden: Wer ist „Bestimmer“, wer „Mitmacher“, wer
„Anstachler“, wer „Mahner“ und wer „Petze“?
- Die „großen“ Kinder brauchen für ihr Wohlergehen die Gesellschaft
anderer Kinder. In der Gemeinschaft handeln sie ihre Regeln aus,
korrigieren und unterstützen sich und regen einander an, sich weiter zu
entwickeln.
- Es sind vor allem folgende Erfahrungen und Lerninhalte, die für
das spätere Leben in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft
wesentlich sind:
- Erkunden sozialer Phänomene: Normen, Regeln und Gesetze. Dabei
werden Gren-zen ausgelotet und natürlich auch überschritten: Das sind
dann die ungehörigen, verbotenen, unanständigen und gefährlichen Dinge.
Durch ihr „Spiel“ mit den Regeln, Normen und Werten bekommen die Kinder
aber auch einen Sinn für das, was Fachleute „prosoziales“ Verhalten
nennen.
- Gemeinschaftsgefühl und Teamfähigkeit: Erst Kinder ab etwa zehn
Jahren erleben ein „Wir-Gefühl“ im Sinn einer
Gruppenzusammengehörigkeit. Sie suchen und inszenieren dieses Gefühl,
indem sie Vierer- oder Fünfer-Gruppen bilden. In vielen 4. und 5.
Klassen gibt es Elternabende, in denen das „Problem Mobbing“ auf der
Tagesordnung steht. Meistens geht es dabei um Cliquenbildung.
Erwachsene erwarten sehr oft, dass in einer Klasse von 24 Schüler/innen
jedes Kind mit jedem anderen in „gleicher“ Beziehung stehen soll. Nur
den wenigsten ist bewusst, dass sie auch als Erwachsene in einer Gruppe
ab etwa acht Personen damit überfordert sind! Kinder brauchen und
suchen autonome Gruppenerfahrungen in kleineren Einheiten, um überhaupt
ein Gefühl für Gemeinschaft entwickeln zu können. In diesen
Gemein-schaften inszenieren und erproben sie auch Erfahrungen wie
Teamgeist, gegensei-tige Unterstützung oder Verlässlichkeit. Natürlich
lernen sie mit der Cliquenbildung auch die Kehrseite von geschlossenen
Gruppen kennen: Ausgrenzung und Abschottung.
- Emotionale Kompetenz: Ab etwa neun Jahren gelingt es den meisten
Kindern, bis zu einem gewissen Grad emotional und sozial die
Perspektive eines anderen einzu-nehmen. Bis dahin erleben sie das, was
zwischen ihnen und anderen geschieht, aus ihrer Sicht. Unbewusst
probieren sie diese neue Perspektive immer wieder aus,
indem sie mit den Gefühlen und Reaktionen der anderen „spielen“. Auch
wenn dabei manchmal Grenzen überschritten werden, entwickeln sich
wichtige Fähigkeiten, wie zum Beispiel Rücksichtnahme, Empathie,
Gerechtigkeitsempfinden, soziale Verant-wortung und Gefühl für
moralische Werte.
3.2 Die Entwicklung von Schlüsselqualifikationen
Neben dem zentralen Thema des sozialen Miteinanders geht es im Alter
zwischen Ein-schulung und Pubertät aber auch um die Entwicklung von
weiteren Schlüsselqualifika-tionen, die im Erwachsenenleben eine
wichtige Rolle spielen. Hier ein paar Beispiele:
- Eigenverantwortlichkeit, Initiative: Auf eigene Faust und aus
eigener Kraft etwas zu tun, bedeutet Verantwortung zu übernehmen (auch
wenn Kinder die Tragweite ihres Handelns nicht immer wirklich ermessen
können). Aus eigenem Antrieb etwas in die Wege geleitet und umgesetzt
zu haben, ist (meistens) eine gute Erfahrung. Menschen, die in ihrer
Kindheit dieses positive Gefühl wiederholt erleben konnten, sind auch
als Erwachsene initiativer als jene, die als Kinder zurückgehalten
wurden, selbstständig aktiv zu sein.
- Das heißt, dass Kinder in diesem Alte
- Selbstständigkeit und Selbstsicherheit entfalten, wenn sie
Gelegenheit haben, in einem altersgemäßen Rahmen eigenständig handeln
zu können.
- Ebenso wichtig ist im Schulalter die weitere Entwicklung von
- Energie, Wille und Beweglichkeit. Wenn Kinder miteinander oder
auch allein spielen, geht es sehr oft um körperliche Geschicklichkeit
und um den Einsatz von Willen: „Wer ist der Schnellste?“– „Ich werde
schon irgendwie mit dem Skateboard auf die-ses Mäuerchen kommen!“ –
„bis zur …Sendung kriege ich das Scoubidou fertig!“ – „Diesmal schaffe
ich die nächste Stufe im Computerspiel!“ Damit trainieren Kinder ihr
Durchhaltevermögen, ihren Einsatzwillen, und nicht nur ihre
körperliche, sondern auch ihre geistige Beweglichkeit (die deutschen
Kindern laut Pisa-Studie besonders fehlt).
- Konzentrationsfähigkeit. Wenn Kinder selbst etwas machen,
ausprobieren, experimentieren, sind sie in der Regel tief in ihre
Tätigkeit versunken: Sie sind hochkonzentriert. (Man denke nur an die
Konzentration der Kinder bei ihren Computer-spielen!)
- Widerstandskraft. Im Alter von etwa sechs oder sieben Jahren
entfernen sich Kinder zunehmend vom ‚Rockzipfel’ der Erwachsenen. Ab
etwa sechs Jahren wollen Kinder zum Beispiel in der Regel von sich aus
nicht mehr auf den Arm genommen werden. Das heißt, dass die „großen
Kinder“ mit den „Härten des Lebens“ in gewissem Maß selbst zurecht
kommen wollen und müssen. Dazu brauchen sie Widerstandskraft, die sie
im Umgang mit sich und der Welt auch suchen und erproben. Ein Beispiel:
Ob-wohl es regnet, wollen die Jungen kicken. Ein Junge zieht seinen
Anorak aus, weil das Tor markiert werden muss. Beim Spiel stürzt er und
schürft sich den Arm auf. Obwohl er nun schmutzig geworden ist, die
Wunde schmerzt und er den Wunsch hat, dass die Wunde versorgt und er
selbst bedauert und getröstet wird, spielt er weiter. Indem er sich
beherrscht, erprobt er seine emotionale Widerstandskraft. Aber auch
seine körperlichen Abwehrkräfte werden angeregt – nicht nur wegen der
Bewegung in der Kälte; kleine Verletzungen, der Kontakt mit natürlichem
„Schmutz“ wirkt, wie man heute weiß, auch prophylaktisch gegen
Allergien (auch wenn Wunden zu Hause natürlich richtig versorgt werden
müssen).
- Zuversicht, Lebensmut. In vielen „Spielen“ suchen die Kinder
offenbar die Bestäti-gung dafür, dass sie in gewissem Maß
„unverletzbar“ sind. Dazu gehört zum Bei-spiel, dass sich Kinder im
eigenständigen Spiel kleinen Ängsten aussetzen und ihnen standhalten.
Die eine Seite ist, dass diese Spiele aus Erwachsenensicht oft
gefährlich sind. Die andere Seite aber ist, dass das Kind durch die
Überwindung von Angst ermutigt wird (und diese Spiele sind ja nicht
zwangsläufig gefährlich). Ein anderes Beispiel: Draußen im Dunkeln
Verstecken zu spielen ist unheimlich – macht aber Spaß, weil man sich
„groß“ fühlen kann, wenn die Angst besiegt ist.
- Etwas Nützliches zu tun, ist auch eine sehr positive, ermutigende
Grunderfahrung für Kinder, vor allem dann, wenn sie aus eigener
Initiative handeln.
- Souveränität, emotionale Stabilität. Kinder in der Zeit zwischen
Einschulung und Pubertät versuchen zunehmend, sich durch seelische oder
körperliche Verletzungen nicht in die Knie zwingen zu lassen. Und es
ist erstaunlich, was Kinder manchmal aushalten. Denn andauernde
Kränkungen oder tiefe seelische Verletzungen führen
letztlich zu seelischen Problemen und Verhaltensstörungen. Viel
häufiger und nach-haltiger als durch Altersgenossen fühlen sich Kinder
im Schulalter von Eltern und Lehrer/innen seelisch verletzt und
entwertet. Wenn Kinder zuweilen etwas rau und kränkend miteinander
umgehen, reagieren aber meistens die Erwachsenen alar-mierter als die
Kinder selbst. Denn Kinder probieren untereinander aus, wie weit sie
gehen können. Sie setzen dabei auf ihre gegenseitige Rückmeldung und
wollen im Grunde auch herausfinden, was sie selbst ertragen können.
Denn sie sind auf der Suche nach ihrer eigenen Souveränität und
emotionalen Stabilität. Ein Beispiel: „Der Max hat mich beleidigt, aber
er ist mein Freund und deshalb räche ich mich nicht.“ Kinder suchen,
wie gesagt, nach den Regeln des sozialen Miteinanders. Wenn sie
unsicher sind, senden sie normalerweise mehr oder weniger direkte
Anfragen an die Erwachsenen, ob das, was geschieht, noch im Rahmen
liegt oder schon zu weit geht. Dann brauchen sie selbstverständlich
eine deutliche Rückmeldung: Die „Täter“ haben Anspruch auf eine
eindeutige Benennung der seelischen oder körperlichen Schmerzen, die
sie dem anderen zugefügt haben. Den „Opfern“ aber tut eine
über-triebene Dramatisierung ihrer Schmerzen in der Regel nicht gut,
weil sie ihre subjek-tive Kraft in Frage stellt. Die ewige
Gratwanderung im Umgang mit Kindern ist in die-sem Bereich besonders
heikel.
3.3 Die Entwicklung von Lebendigkeit und Ausstrahlung
Wenn Kinder selbstbestimmt spielen, geht es nicht nur um soziale
Gefühle, sondern fast immer um ein ganzes Repertoire von Gefühlen:
Kinder können sich in Gefühle wie Aus-flippen, Begeisterung,
Leidenschaft, liebevolle Zuwendung, Abscheu, Ekel, Schmollen,
Quatschmachen regelrecht hineinsteigern. Sie inszenieren diese Gefühle
und „spielen“ mit ihnen. Dadurch erwerben sie emotionale Lebendigkeit,
Differenziertheit und Aus-strahlung.
3.4 Die Entdeckung der Welt und ihrer Naturgesetze
Schließlich spielt für die „großen Kinder“ das Spielen und
Experimentieren in und mit der Natur eine wichtige Rolle. In fast allen
Befragungen wünschen sich Kinder mehr „Natur“, in der sie spielen und
auf Entdeckung gehen können. Denn dabei lernen sie eine Menge. Zum
Beispiel, wie Materialien beschaffen sind: Wann bricht das Holz? Was
brennt wie? Was riecht wie dabei? Beim Spielen in und mit der Natur
erwerben Kinder
nebenbei Grundwissen, das oft eine wichtige Voraussetzung ist, um die
theoretischen Inhalte des Schulstoffs überhaupt verstehen zu können.
Vielen Kindern fehlt jedoch heute dieses Basiswissen.
4. Was brauchen Kinder, um sich gesund zu entwickeln?
Erwachsene denken häufig, dass Kinder nichts anderes mehr wollen, als
vor den Bild-schirmen zu sitzen. Das stimmt nicht ganz. Die folgenden
Informationen stammen aus mehreren Studien (am Textende sind dazu
einige Quellen aufgelistet, die online verfüg-bar sind):
- Bei den meisten Kindern rangiert der Wunsch, sich mit Freunden zu
treffen und drau-ßen zu spielen, deutlich vor Fernsehschauen und allen
anderen Freizeitbeschäfti-gungen. („Kinder und Medien“ 2001 und 2003).
- Die meisten Kinder jenseits des Spielplatzalters wünschen sich bessere Möglichkei-ten, um draußen mit anderen spielen zu können.
- Schulhöfe werden von den meisten Kindern als unbefriedigend
bewertet. Die Mehr-zahl der Kinder unter 13 Jahren träumt von
Schulhöfen, auf denen sie „richtig“ spie-len können.
- Die meisten Kinder gehen nach wie vor gern in die Schule, weil
sie dort mit Gleichaltrigen zusammen kommen; dagegen gehen sie aber
nicht gerne in den Unterricht.
- Sport ist bei weitem das beliebteste Fach und die meisten Kinder hätten gerne öfter Sportunterricht.
- Wenn Schule überhaupt in den Nachmittag hinein gehen soll, dann
wünschen sich die meisten Kinder, dass es vor allem mehr Zeit und Raum
für Sport, Bewegung, Projektarbeit in kleinen Gruppen und Zeit für
Entspannung geben soll (Kinderbaro-meter NRW und Hessen). Hier stellt
sich die Frage: Warum sollte das alles nicht auch am Vormittag möglich
sein?
- Kinder spüren im Grunde ganz gut, was sie brauchen, und die Forschung gibt ihnen Recht:
- Bewegung bei Tageslicht und im Freien hat antidepressive und aggressionsabbau-ende Wirkung (auch im Winterhalbjahr wichtig!).
- Kinder, die sich genug bewegen, können sich besser konzentrieren, lernen deutlich besser und zeigen bessere Schulleistungen.
- Spiel und Bewegung fördern emotionales und körperliches
Wohlbefinden. (Diese Selbstverständlichkeit muss man leider manchen
Eltern erst wieder in Erinnerung bringen!).
- Kinder, die genug Zeit mit Freunden verbringen können, fühlen sich wohler.
- Wenn man sich ungestört in eine selbst gewählte Aktivität
vertieft, werden Glückshormone ausgeschüttet, man erlebt hohe
Zufriedenheit und Entspannung („Flow-Effekt“). Das gilt natürlich auch
und ganz besonders für Kinder.
- Spielen ist Forschen und Lernen.
- Aber Spielen allein würde auch den Kindern nicht genügen. Kinder
wollen lernen, sie möchten weiter kommen. Dazu brauchen sie die
Anleitung von Erwachsenen. Wie das am besten geht, können folgende
Forschungsergebnisse verdeutlichen:
- Kinder, die mit ihren Anliegen, Fragen und Bedürfnissen von
Lehrer/innen, Erzie-her/innen und Eltern gehört, ernst genommen,
akzeptiert und unterstützt werden, fühlen sich wohler und sind weniger
aggressiv.
- Es ist schon seit längerem erwiesen, dass die Frustration von Grundbedürfnissen zu Depressionen, Angst und Aggressionen führt.
- Wenn Kinder in die Gestaltung und Pflege ihrer Schule einbezogen
werden, erhöht sich das Zugehörigkeitsgefühl; damit verbessert sich die
Schulatmosphäre insge-samt, was zu verringerter Aggressivität und
weniger Angst vor der Schule führt und damit zu besserer Lernleistung.
- In Schulen, in denen sich die Schüler/innen wohl fühlen und
besser lernen, geht es auch den Lehrenden besser und es gibt zum
Beispiel weniger Krankmeldungen.
Wenn man alle Forschungsergebnisse zusammen nimmt, können
Ganztagsschulen als geradezu ideale Möglichkeit gesehen werden, um
Kindern wieder mehr Raum und Zeit
zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht nur gut lernen, sondern sich
auch körperlich, emotional und sozial gesünder entwickeln können.
5. Eine gute Ganztagsschule im Interesse der Kinder
Eine Ganztagsschule kann aus der Perspektive der Kinder und im
Interesse ihrer Per-sönlichkeitsentwicklung ein Gewinn sein, wenn
Schule in erster Linie ein Ort ist, an dem die Mädchen und Jungen ihre
altersspezifischen und entwicklungsrelevanten Lebens-bedürfnisse
befriedigen können, und zwar
- das Bedürfnis, Wissen und Können zu erwerben (!),
- das Bedürfnis nach selbst bestimmter Bewegung,
- das Bedürfnis nach selbst bestimmter Aktivität,
- das Bedürfnis nach dem Zusammensein mit Gleichaltrigen,
- das Bedürfnis, die Welt im Umfeld von Elternhaus und Schule zu erkunden,
- das Bedürfnis nach verlässlichen Strukturen mit klaren sozialen Regeln,
- das Bedürfnis nach einer ernst nehmenden und verstehenden Anleitung,
- das Bedürfnis, sich zu entfalten, zu wachsen und „groß“ zu werden und dazu auch ermutigt zu werden.
Eine Schule, in der sich Kinder wohl fühlen, weil sie sich dort ernst
genommen fühlen, weil sie dort ihren Wissensdurst und ihren
Lebenshunger stillen können, weil sie das Gefühl haben, sich dort
weiter entwickeln und wachsen zu können, hätte auch aus
Erwachsenensicht mittelfristig viele Vorteile: wirtschaftliche,
gesundheitspolitische und soziale. Kurzfristig hätten Lehrer/innen und
Eltern weniger mit aufsässigem und proble-matischem Verhalten zu
kämpfen.
Lothar Krappmann, Mitglied unserer „Initiative für Große Kinder“, hat
als Ergebnis einer Reihe von Gesprächen Merkmale einer guten
Ganztagsschule zusammengestellt, aus denen ich zitiere:
1. Lernen und soziale, spielerische und musische Aktivitäten können, da
nun Vormittag und Nachmittag zur Verfügung stehen, einen angemesseneren
Zeitrahmen erhalten: Es gibt die Möglichkeit, sowohl am Nachmittag
Unterricht zu halten, wie auch am Vormittag
Raum für Projekte, Spiele, musische Betätigungen und Freizeiten
(ausgeweitete Pau-sen) zu geben, die bislang den nachmittäglichen,
„nachschulischen“ Aktivitäten zuge-rechnet werden.
2. Folglich kann der typische Schulrhythmus aufgelöst werden und die
Koordination im Wechsel der verschiedenen Einheiten des Schultags (und
damit auch die primäre Zuständigkeit von Personen) in einem
großteiligeren Schema erfolgen.
3. Um diese Kernziele im Sinn der Kinder zu erreichen, sollten
Erzieherinnen und Erzie-her bereits am Vormittag in der Schule sein, um
bestimmte, ihnen zugeordnete Einhei-ten zu übernehmen, möglicherweise
aber auch, um im Unterricht dabei zu sein und in einem
differenzierenden Unterricht Aufgaben zu übernehmen. Gleichfalls
sollten Lehr-personen auch am Nachmittag noch in der Schule präsent
sein, um Unterricht durchzu-führen oder Arbeitsgruppen anzubieten, aber
auch deshalb, um ihre Schülerinnen und Schüler in anderen
Zusammenhängen kennenzulernen.
4. In Zusammenarbeit dieser beiden Gruppen von Fachkräften sollte es
möglich wer-den, zusätzliche Themen in die Schule einzubringen und die
bisherigen und neuen Themen in einer anderen Art des Lernens zu
erarbeiten – vor allem in einem größeren Ausmaß eigener Tätigkeit der
Schülerinnen und Schüler und unter höherer Beteiligung der
Schüler/innen im Unterricht und beim Lernen. Dadurch ändern sich die
Lernpro-zesse, aber auch die sozialen Prozesse, in die das Lernen
eingelagert ist.
5. Auch die Rolle eines Klassenlehrers bzw. einer Klassenlehrerin muss
überdacht wer-den; denn er oder sie hat nicht nur auf den Unterricht zu
achten, sondern auf das gesamte Angebot für die Kinder der Klasse.
Klassenlehrer/innen sollten ihre Aufgabe daher auch darin sehen, mit
allen Personen, die mit ihren Kindern lernen, arbeiten und spielen, ein
Team zu bilden (wohlgemerkt einschließlich der Erzieher/innen und zwar
mit gleichberechtigter Beteiligung auch der Nicht-Lehrer/innen, denn
diese leisten nicht nur „Zuarbeit“). Den Kindern wiederum muss klar
sein, wer für sie in welcher Sache und primäre/r Ansprechpartner/in ist.
6. Neben dem, was für die Kinder und immer auch weitgehend mit den
Kindern getan wird, muss es Bereiche geben, die den Kindern unter
zurückgenommener Aufsicht allein
zur Verfügung stehen, in die sie sich auch zurückziehen können, um
Freundschaften zu pflegen, sich allein zu beschäftigen oder
Liebhabereien nachzugehen.
7. Auch die Bereiche Spiel, Musisches, zusätzlicher Sport,
Interessengebiete/Arbeits-gemeinschaften und Freizeitbeschäftigungen
sollten unter hoher Beteiligung der Kinder gestaltet werden.
8. Diese Form der Ganztagsschule braucht daher nicht nur Klassenräume,
sondern weitere Räume: zum einen für die zusätzlich in der Schule
stattfindenden bzw. in sie verlagerten Tätigkeiten, zum anderen für das
Kinderleben im Schulalltag. Dringend sind auch Außenräume für freies
Spiel und Bewegung erforderlich.
9. Ganztagsschulen sollten mit ihren Angeboten auch vermehrt „nach
außen“ gehen, denn Ganztagsbetreuung schafft zusätzliche Gelegenheiten,
Kinder auch an die soziale, berufliche und kulturelle Welt und das
Leben außerhalb von Schule und Elternhaus heranzuführen.
10. Es wäre wünschenswert, dass Nicht-Pädagogen in höherem Maße als
heute in die Schule kommen und die bereits vorhandenen Angebote
ergänzen (zum Beispiel ein Tischler oder jemand, der Fahrräder mit den
Kindern repariert, eine Stadthistorikerin oder ein Gärtner). Wenn es
sich nicht um sporadische „Einlagen“ handeln soll, muss solchen
Personen nicht nur Unterstützung bei der Ausstattung ihrer
Tätigkeitsbereiche, sondern auch eine Aufwandsentschädigung gegeben
werden (nicht zuletzt, um ihnen gegebenenfalls auch kündigen zu können).
11. Diese Vorschläge müssen bei ihrer Weiterentwicklung für das
Sozialleben der Schule nach dem Alter der Kinder spezifiziert werden.
Es wird erforderlich sein, Verbind-lichkeiten und Freiräume abzugrenzen
und die Verantwortlichkeiten in beiden Bereichen eindeutig zu
bestimmen. An diesem Punkt kann ein pädagogisch wünschenswertes Konzept
für eine Schule, in der sich Kinder den ganzen Tag aufhalten, sogar
scheitern.
12. Die Ganztagsschule hat die besondere Aufgabe, Kinder, die in Lernen
und Entwick-lung hinter den anderen zurückbleiben oder ihnen weit
voraus sind, rechtzeitig wahrzu-nehmen und individuelle Förderung
anzubieten.
13. Aus all dem geht hervor, dass die Zusammenarbeit mit den Eltern
verstärkt werden muss, um einem elterlichen Rückzug aus dem
Erziehungsprozess und aus der Verant-
wortung für die grundlegenden Bedingungen des Aufwachsens ihrer Kinder
vorzubeu-gen. Diese Zusammenarbeit kann nicht nur in dem bislang
üblichen Minimum an abend-lichen Klassenelternsitzungen und den Sitzen
für Elternrepräsentanten in bisherigen Schulgremien bestehen.
14. Angebote der Kinder- und Jugendhilfe außerhalb der Schule sollten
den Kindern ebenso zur Verfügung stehen, wie Beratungsangebote für
Kinder, Lehrer/innen und Eltern.
QUELLEN (ONLINE; STAND: NOVEMBER 2004):
ARD/ZDF-Studie „Kinder und Medien 2003“ (KIM) Mediaperspektiven 2004/9, darin:
Frey-Vor, Gerlinde/Schumacher, Gerlinde: Kinder und Medien 2003,
http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/frey-vor_schumacher_9-2004.pdf?foid=1223
Kuchenbuch, Katharina/Simon, Erk: Medien im Alltag Sechs- bis
13-Jähriger: Trends, Zielgruppen und Tagesablauf,
http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/kuchenbuch_simon_9-2004.pdf?foid=12233
Bittmann, Frank/Kuhlig, Annette: Warum Bewegung im Kindesalter wichtig ist,
http://www.inmacom.de/ukb/kitainfo_2004.pdf
Blinkert, Baldo: Zerstörte Stadt – zerstörte Kindheit?,
http://www.soziologie.uni-freiburg.de/blinkert/Publikationen/kindheit.html
Alt, Christian: Kinder in Deutschland – alle glücklich oder was? Lebenswelten von
Kindern in einer sich ändernden Gesellschaft.
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_1467.html
Lipski, Jens: Was lernen Kinder in ihrer Freizeit? In: http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung.
Jugendgesundheitssurvey 2003. Hg.: Hurrelmann, Klaus/Klocke,
Andreas/Melzer, Wolf-gang/Ravens-Sieberer, Ulrike. Weinheim und
München. Kurzübersicht in: http://idw-online.de/pages/de/news69084.
Kinderbarometer Hessen 2004, http://www.hessenstiftung.de/files/kinderbarometer_hessen_2004.pdf
Kinderbarometer NRW 2002/2003, http://www.kinderbarometer.de/pdfs/BERICHT_2003.pdf
Kinderbarometer Rheinlandpfalz 2000/2001, http://www.net-part.rlp.de/forschung/kinderbarometer.pdf
Kinderreport Deutschland 2004. Hg.: Deutsches Kinderhilfswerk, www.dkhw.de,
Stichwort Depression und Bewegung, http://www.infoline.at/depressionen/sport.htm
Die Autorin:
Oggi Enderlein, Diplom-Psychologin, Supervisorin BDP
Erlenweg 70A, 14532 Kleinmachnow. Tel: 033203/70733. Fax: 033203/70731
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