Bildungslandschaften in Brandenburg
Oder-Spree

Bildungslandschaft
Die Förderung und Begleitung von Ganztagsangeboten unterschiedlicher Formen an den Schulen im Landkreis ist ein bildungspolitischer Schwerpunkt im Rahmen der Daseinsvorsorge für unsere Region. In kommunale Vorhaben (z. B. Ausbildungsmessen, BreBit) werden die Schülerinnen und Schüler aktiv einbezogen. Vertreter von Kooperationspartnern, Vereinen und Verbänden tragen dazu bei, Schule zum Lern-, Lebens- und Erlebnisraum mit vielen Bezügen zum regionalen Umfeld zu entwickeln. Umgekehrt öffnet sich die Schule in die Region und nutzt außerschulische Lernorte (z.B Betriebe und kulturelle Einrichtungen). Durch die Verbindung zwischen Schule und Region wird die Motivation der Schülerinnen und Schüler wesentlich gefördert; andere, authentische Erfahrungen werden vermittelt und somit wird eine komplexe Sicht auf gesellschaftliche Zusammenhänge ermöglicht.
Durch die Kooperation von Schule, Jugendhilfe und anderen Trägern entstehen attraktive Lern- und Lebensorte für junge Menschen, und insbesondere in unserer ländlichen Region wird die Erreichbarkeit jugendkultureller Angebote gesichert. Besonders in Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendhilfe werden Synergieeffekte genutzt. Mit Blick auf den demografischen Wandel und dem ländlich strukturierten Landkreis Oder-Spree gewinnt die Zusammenarbeit zwischen den Schulen an Bedeutung und wird vom Landkreis gefördert. Um die mit dem Ganztag verbundenen Zielstellungen zu erreichen, achten wir darauf, dass die Ganztagsangebote zusätzliche Bildungsangebote für leistungsschwache und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler beinhalten, die über die bloße (Hausaufgaben-)Betreuung hinausgehen. Die vielfältigen Angebote strukturieren den Schultag und leiten zum bewussten Freizeitverhalten an. Gleichzeitig wird durch qualitativ hochwertige Angebote an den Ganztagsschulen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert.
Mit der Umsetzung des Ganztagskonzeptes wird eine Veränderung der gesamten Unterrichtskultur angestrebt. Die Fortschreibung des Ganztagsschulkonzeptes in Auswertung des Erreichten wird daher zu einem wichtigen Instrument der Qualitätsverbesserung der Arbeit an den Ganztagsschulen in der Region.
Landkreis Potsdam-Mittelmark

- Grundschule „Albert Einstein“, Straße der Einheit 45, 14548 Schwielowsee/OT Caputh; Ansprechpartnerin: Fr. Rudzinski (Schulleiterin), Fr. Krüger (Hortmanagerin); Tel. 033209 702 37,
Schulhomepage
- Gemeinde Schwielowsee, Bürgermeisterin: Fr. Hoppe,
Email
- Jugendamt Potsdam Mittelmark, Leiter: Hr. Rudolph,
Email
Konzept Der Ganztagsstandort Caputh besteht seit dem SJ 2006/2007 als Verlässliche Halbtagsgrundschule mit integrierter Kindertagesbetreuung. An der Schule werden 289 Schüler/innen unterrichtet. Die Gemeinde Schwielowsee liegt im ländlichen Raum, verfügt aber über eine gute Anbindung (Bus und Bahn) an die Stadt Potsdam. Am Standort Caputh wird ein besonderes Modell der Kooperation von Schule und Hort im Ganztag umgesetzt, das die klassische Zweiteilung der Institutionen Schule-Hort aufhebt. Durch eine eng verzahnte pädagogische Zusammenarbeit in multiprofessionellen Jahrgangsteams werden Bildung, Erziehung und Betreuung von allen pädagogischen Fachkräften gemeinsam gestaltet. Die Steuerung übernehmen Schulleitung und Hortmanagerin im Team. Die Fachkräfte nehmen gemeinsame Fortbildungen wahr, so z. B. eine Tandemfortbildung, die von der Serviceagentur angeboten wurde.
Tagesablauf Unterrichtet wird in 90-Minuten-Blöcken, der dritte Block, die „individuelle Lernzeit“ wird gemeinsam von Lehrkräften und Erzieherinnen geplant und gestaltet. Pro Schuljahr werden übergreifende thematische Projekte umgesetzt, z.B. „Soziales Lernen“, in das die zahlreichen Kooperationspartner einbezogen werden. Der Standort Caputh profiliert sich als VHG mit integrierter Kindertagesbetreuung, um insbesondere folgende Ziele umzusetzen:
- Bessere Vernetzung der Arbeit der Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte, der weiteren Kooperationspartner und Eltern;
- Verknüpfung des Vor- und Nachmittagsbereiches, so dass verzahnte Bildungsprozesse und individuelle Betreuung und Förderung möglich sind;
- Zugang zu Bildung und aktiver Freizeitgestaltung für alle Kinder der Jahrgänge 1 bis 6.
Evaluation Begleitet durch die Uni Potsdam, Fachbereich Grundschulpädagogik, wurde am Ende des Schuljahres eine breit angelegte Befragung von pädagogischem Personal, Schüler/innen und Eltern durchgeführt.
Bildungslandschaft
- Die Kooperation von Schule und Hort im Primarbereich wird insbesondere durch unterschiedliche institutionelle Zuständigkeiten erschwert. Um das besondere Modell des Ganztags mit integrierter Kindertagesbetreuung umzusetzen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit von Jugendamt, Schulaufsicht, Gemeinde und den Pädagoginnen vor Ort.
- Im Landkreis Potsdam-Mittelmark existiert seit 1999 eine Arbeitsgemeinschaft „Schule-Jugendhilfe“, die ein Konzept für das Modell der integrativen Kindertagesbetreuung an Ganztagsstandorten entwickelt hat. Damit übernimmt das Jugendamt des Landkreises gemeinsam mit dem zuständigen Schulamt Brandenburg a. d. Havel die fachliche Beratung, um eine erfolgreiche Kooperation von Schule und Hort zu unterstützen.
- Die Gemeinde Schwielowsee hat das Modell pädagogisch und finanziell umgesetzt, um ein attraktiver Bildungsstandort für Familien zu sein und jedem Kind optimale Chancen der Entwicklung zu ermöglichen. Ganztagsanbote werden hier als ganzheitliches Projekt von Bildung und Betreuung verstanden; dafür werden verstärkt die Ressourcen, die im Gemeinwesen vorhanden sind, genutzt und eingesetzt.
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