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Das Lernbüro

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"DIE SCHULE MUSS SICH VERÄNDERN !

Das sagen viele, aber nur wenige haben bedacht, wie diese Veränderung erfolgen soll." So beginnt das Papier, das die Lernkonzepte der Max-Brauer-Schule nach nach außen trägt. An der Gesamtschule in Hamburg haben Lehrinnen und Lehrer zusammen mit Eltern das Konzept erarbeitet, in dem dargelegt wird, wie sich die Schule gestalten soll. Die jahrelangen Bemühungen, die Schule schülergerechter und leistungsstärker zu machen, haben durch die Ergebnisse der PISA-Untersuchungen einen neuen Anstoß erhalten. Ein Konzeptbaustein ist das Lernbüro.In diesem sollen Basiskompetenzen in Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Arbeitstechniken vermittelt werden.

Lernen beruht auf einer natürlichen Wissbegierde und einem existenziellen Selbstbehauptungs- und Partizipationstreben in einer komplexen, oft undurchsichtigen, gefährdeten und bedrohlichen Umwelt. Die kleinen Kinder, die noch alles wissen wollen, verlieren diese Neugierde meist nach den ersten Schuljahren. Und vermutlich verlassen sie die Schule oft überfüttert mit Antworten, nach denen sie nie gefragt haben und die sie auch in ihrem Leben nie interessieren und brauchen werden. Die Neugierde ist aber nicht nur eine wesentliche Grundlage fruchtbaren Lernens. Aus ihr entwickelt sich auch der Erfindergeist, der in Wirtschaft und Technik wie im sozialen, politischen und kulturellen Bereich eine Voraussetzung für notwendige Innovationen und Reformen ist (DOHMEN 2001).

Was man können muss

Für das Lernen in der Schule und vor allem für das selbstständige Weiterlernen im Berufsleben sind der Erwerb und die Beherrschung von Basiskompetenzen unerlässlich. Dazu gehören der sichere Umgang mit der deutschen Sprache (Lese- und Schreibkompetenz) ebenso wie der sichere Umgang mit mathematischen Symbolen und Routinen wie auch die Fähigkeit, sich in Wort und Schrift in einer modernen Fremdsprache verständigen zu können. Hinzu kommen Arbeits- und Sozialkompetenzen wie die Fähigkeiten, sich selbstständig Informationen zu beschaffen, sie zu verarbeiten und Ergebnisse zu präsentieren und in Gruppen zu arbeiten. Diese Basiskompetenzen werden im Lernbüro erworben.

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copyrigt: Max-Brauer-Schule Hamburg
Zeit anders gestalten – der Tages- und Wochenrhythmus

Wie man Kompetenzen erwirbt

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Die Fähigkeit, selbstständig zu lernen, erwirbt man nur in einem Unterricht, der individualisiert angelegt ist und den Schülern und Schülerinnen zunehmend Freiräume für eigene Entscheidungen lässt. Im Lernbüro wechseln Phasen, in denen der Lehrer bei der Einführung eines neuen Themas im Mittelpunkt steht, mit Phasen offenen Unterrichts, der Teamarbeit und des selbstständigen Lernens des einzelnen Schülers. Die Schüler und Schülerinnen werden von Anfang an in die Planung des Unterrichts einbezogen. Jeder Schüler hält eine Übersicht (Kompetenzraster) in Händen, in der die Kompetenzen, die im Laufe einer Woche, eines Monats, einer Schulzeit erworben werden sollen, genau beschrieben sind. Anhand klarer „Ich kann...“-Formulierungen kann der Schüler selbst erkennen, was er bisher geleistet hat und was ihm noch zu tun bleibt. So steigern sich die Kompetenzstufen im Fach Englisch beispielsweise von „Ich kann kurze, einfache Sätze schreiben“ bis „Ich kann klar, flüssig und stilistisch dem jeweiligen Zweck angemessen schreiben“. Mit Hilfe der Checklisten bespricht der Schüler mit dem Lehrer die nächste Kompetenzstufe, die er erarbeiten möchte oder welche Lücken aus älteren Lernbausteinen er schließen will. Die vereinbarten Ziele hält er in seinem Wochenplan fest, nach dem er selbstständig arbeitet. So ergeben sich sehr individuelle Arbeitspläne. Wenn also ein Schüler im Jahrgang 5 die Grundrechenarten noch nicht sicher beherrscht, so plant er in seinem individuellen Plan Zeiten ein, in denen er diese Defizite nachholt. Eine andere Schülerin, die mit den Grundrechenarten keine Probleme mehr hat, wird mehr Zeit für die Rechtschreibung aufwenden oder ihre Lesekompetenz mit Hilfe der vielfältigen Materialien erweitern. Zur Unterstützung der Arbeit im Lernbüro stehen eine Vielzahl von Materialien, Bücher für die selbst-ständige Arbeit und Computer für Lernprogramme und Internetrecherchen bereit.

Wie die Lernfortschritte überprüft werden

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Die Wochenpläne, die Kompetenzraster und die Check-listen ermöglichen es dem Schüler, sich jederzeit ein Bild über seinen Leistungsstand zu verschaffen. Darüber hinaus spricht der Klassenlehrer möglichst einmal in der Woche – zu Beginn der Klasse 5 sogar häufiger – mit jedem Schüler über seine abgearbeiteten und die neuen Arbeitspläne. In diesen Gesprächen bekommt der Schüler zusätzlich eine Einschätzung des Lehrers, auf welcher Kompetenz-stufe er sich befindet und Hinweise für seine weitere Arbeit. Die Lernfortschritte werden durch Punkte auf den Kompetenzrastern festgehalten. Jeder Schüler sammelt darüber hinaus während der Arbeit im Lernbüro Bescheinigungen, die ihm bestätigen, welche Themen er bereits gelernt hat. Eine solche Bescheinigung (Zertifikat) kann die Form eines Tests haben, der jedoch nicht von allen Schülern gleichzeitig geschrieben werden muss – jeder Schüler schreibt diesen Test dann, wenn er genügend darauf vorbereitet ist. Zertifikate können aber auch durch kleine Präsentationen, durch selbst gestaltete Mappen oder kleine Vorführungen erworben werden. Alle Zertifikate werden gesammelt und gemeinsam mit allen anderen erarbeiteten Materialien in einer Mappe aufbewahrt, dem so genannten Portfolio.

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copyrigt: Max-Brauer-Schule Hamburg

Eine dritte Form der Überprüfung sind zentrale von der Schulbehörde vorgegebene Vergleichsarbeiten, die in den Klassen 6, 8, 9 und 10 geschrieben werden. In den Jahrgängen 9 und 10 entscheiden diese Arbeiten mit über die Art des Abschlusses, den der Schüler erreicht.

Quelle: Schulkonzept der Max-Brauer-Schule in Hamburg (www.maxbrauerschule.de/)
Zugriff auf das Konzept: öffnen

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Datum: 12.09.2007
Fotos: Schweder
© www.ganztaegig-lernen.de



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Eine pädagogische Erfinderwerkstatt

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