Bildungslandschaften aus Sachsen-Anhalt
Salzlandkreis 
 Die Bildungslandschaft wird im Rahmen des Programms durch die Jacobs Foundation gefördert
- Sekundarschule Bernburg-Talstadt; Vor dem Nienburger Tor 88, 06406 Bernburg; Tel.: 03471 350322;
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- Sekundarschule Südost; Krummacherring 45, 06406 Bernburg; Tel.: 03471 319628;
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- Sekundarschule Heinrich-Heine; Leipziger Straße 4, 06406 Bernburg; 03471 624142;
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Bernd Ebersold (Geschäftsführer der Jacobs Foundation) mit Vertretern der Bildungslandschaft "Salzlandkreis" in Sachsen-Anhalt und Sylvia Ruge (rechts) von der Regionalen Serviceagentur Porta Technikum Als Signal gegen die hohe Schulabbrecherquote im Salzlandkreis richtet die Stadt Bernburg eine ganzheitlich angelegte, praxisorientierte Gesamtschule ein. Sie wird eng mit den Grundschulen vor Ort kooperieren und ein Unterstützungsnetzwerk (Porta Technikum) aufbauen, dem auch viele Unternehmen angehören.
Konzept Das wichtigste Projekt der Stadt Bernburg bis 2010 ist der Zusammenschluss von drei Sekundarschulen zum „Campus Technikum“, einer Ganztagsschule mit dem Schwerpunkt auf praxisorientierter, technischer Bildung, welche vor allem die Lernmotivation und die Berufswahl fördert. Die Stadt will damit bewusst die Entwicklung eines qualifizierten Fachkräftenachwuchses für die einheimische Wirtschaft unterstützen und dem negativen Trend hinsichtlich Schulabbrecherquote entgegenwirken.
Bildungslandschaft Die Stadt Bernburg (Saale) hat für ihren Beitrag zur Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 das Thema „ ZukunftsBildung “ gewählt. Das IBA-Thema zielt insbesondere auf die Förderung der jungen Generation und die Profilierung der Bernburger Innenstadt. Der innerstädtische Raum wird durch die neue Nutzung verdichtet, unterschiedliche Bildungs- und Kultureinrichtungen sollen in Interaktion treten und somit lebenslanges Lernen lebendig und erfahrbar machen. Ziel ist es, Schulen in der Innenstadt zu konzentrieren und Kooperationen mit außerschulischen Partnern aus Wirtschaft und Kultur zu fördern. Ein neuer Projektbaustein ist das „Treibhaus“, ein weitgehend öffentlicher, multifunktioneller Lern- und Begegnungsraum, in dem sich neben den Funktionen der Schule auch Fortbildungs- sowie bildungsorientierte Kultur- und Freizeitangebote etablieren können. Das Projekt genießt von Beginn an eine hohe Akzeptanz. Für den weiteren Projektverlauf soll diese gute Basis durch eine zielgerichtete Arbeit mit den Akteuren und die Einbeziehung der breiten Öffentlichkeit gestärkt werden. Ganztägiges Lernen und Arbeiten, die zunehmend selbst organisierte Wissensaneignung, neue Unterrichtsformen, frühzeitige Berufsorientierung, soziale Kompetenzen und Grundlagen für lebenslanges Lernen gewinnen im Pädagogischen Konzept der neuen Bernburger Sekundarschule zunehmend an Bedeutung. Das Schärfen des Profils „Campus Technikum“, Inhalte, Kooperationen und Synergieeffekte für das „Treibhaus“ werden für die weitere Projektentwicklung im Mittelpunkt stehen.
Harzregion

Bildungslandschaft
Im Landkreis Harz sind Wirtschaftsunternehmen, Schulen, Verbände und Behörden auf dem Weg, eine integrierte Bildungslandschaft mit dem Fokus der Kooperation der Wirtschaft mit der Schule zu entwickeln. Die Harzregion hat dafür gute Voraussetzungen: Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung sind u.a. die Branchen Metall/Elektro und der Tourismus. 99 Schulstandorte gibt es im Landkreis, darunter 56 Grundschulen, 19 Sekundarschulen, 13 Förderschulen und 11 Gymnasien. Insgesamt arbeiten zurzeit 9 Schulen im Ganztagsbetrieb.
Als Schulreferent im Landesverwaltungsamt bin ich für die Sekundarschulen im Landkreis Harz zuständig. Die inhaltliche Arbeit an den Schulen und die Vorbereitung der Jugendlichen auf ihren Beruf stehen für mich in einem engen Zusammenhang und bilden zunehmend einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Als Mitglied in den Arbeitskreisen „Schule/Wirtschaft“ und „Metall/Elektro“ werde ich häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, dass das Wissen und die sozialen Kompetenzen der Schulabgänger nicht den gewachsenen Anforderungen der Unternehmen genügen. In den Beratungen mit den Schulen spüre ich außerdem zunehmend eine Überforderung in der Bildungs- und Erziehungsarbeit. In Gesprächsrunden zu dieser Problematik fand ich Partner in der Landkreisverwaltung – Wirtschaftsförderung und bei der Harz-Aktiengesellschaft (ein Wirtschaftsnetzwerk des Landkreises).
Auf Grund der demografischen Entwicklung der Abwanderungsbewegung und der globalen Wettbewerbssituation der Wirtschaft sind die Schulen und die Unternehmen zu einer engen Zusammenarbeit verpflichtet, um die Region Harz nachhaltig zu entwickeln und jungen Menschen in der Region eine Perspektive zu geben.
Was lag näher, als die „Schützengräben“ aufzubrechen und die Schulen und die Unternehmen der Region an einen Tisch zu holen und gemeinsame Strategien zu beraten? Im Februar 2007 trafen sich erstmals die Schulen und die Unternehmen der Region Wernigerode zu einer Regionaltagung „Zusammenarbeit der Schule mit der Wirtschaft“ im Rathaus der Stadt Wernigerode. In der Diskussion äußerten auch Eltern und Jugendliche ihre Betroffenheit zum Thema. Unternehmen und Schulen lernten sich kennen und verständigten sich zu konkreten Kooperationsverträgen. Stichworte der Verträge sind u.a.:
- Unterstützung der Schulen in einer praxisorientierten Bildung (Praxistage, Modell „Produktives Lernen“, Schülerbetriebspraktika, Unternehmensvorstellungen, …),
- Unterstützung der Lehrerfortbildung (verstärkte Teilnahme von Lehrkräften an den o.g. Arbeitskreisen, angedacht sind Betriebspraktika für Lehrkräfte),
- Einbindung von Experten aus der Wirtschaft in den Unterricht,
- stärkere Praxisorientierung im Unterricht, Überarbeitung der Lerninhalte,
- regelmäßige Evaluierungen der Kooperationsverträge.
Vorreiter dieser zukunftsorientierten Entwicklung sind die Ganztagssekundarschulen „Burgbreite“ in Wernigerode und „Bebel“ in Blankenburg, die ihren Entwicklungstand, aber auch die Probleme auf ihrem Weg im Rahmen des Ganztagsschulkongresses vorstellen.
Unternehmen, Schulen und auch kommunale Verwaltungen erwarten nun, dass die Regionaltagungen auch in den Regionen Halberstadt und Quedlinburg initiiert und Folgeveranstaltungen (Workshops) organisiert werden. Aus meiner Sicht sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungslandschaft,
- dass handelnde Personen und Institutionen sich vernetzen und miteinander ins Gespräch kommen,
- dass sich ein Verständnis für die gegenseitige Arbeit entwickelt,
- dass für die Unternehmen und auch für die Schulen eine Win-Win-Situation entsteht,
- dass kommunale Verwaltungen und Behörden den Weg ebnen und die Voraussetzungen schaffen,
- dass die Beteiligten, einschließlich der Jugendlichen und der Eltern, ihre Verantwortung wahrnehmen.
Die Harzregion hat durch eine integrierte Bildungslandschaft positive und nachhaltige Entwicklungschancen, wenn sie Jugendlichen vor Ort Chancen bietet. von Rainer Schulz
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