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Mark Becker, Bertelsmann Stiftung
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Bildung und Erziehung tragen wesentlich zur Verbesserung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabechancen von jungen Menschen in unserer Gesellschaft bei. Gleichzeitig kann keine Einzelinstitution alleine die Kinder und Jugendliche auf die Herausforderungen unserer Wissensgesellschaft, die durch demographischen Wandel und den technischen Fortschritt geprägt sind, vorbereiten. Daher besteht in der fachlichen und politischen Diskussion eine weitgehende Übereinstimmung im Leitziel der „Stärkung und Weiterentwicklung des Gesamtzusammenhangs von Bildung, Erziehung und Betreuung.“
Gemeinsame Übernahme der Verantwortung
Im Bemühen um eine Verbesserung der Lern- und Lebenschancen junger Menschen in unserer Gesellschaft rückt dabei die regionale bzw. lokale Ebene in den Mittelpunkt der Betrachtung, wobei differenzierte Ansätze und Zuständigkeiten aufeinander stoßen. Mit dem in diesem Zusammenhang geprägten Begriff der regionalen oder lokalen Bildungslandschaft soll verdeutlicht werden, dass die Ziele und Leistungen wesentlicher Akteure im Bereich der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen aufeinander abgestimmt werden müssen, damit ein gemeinsames und zielgerichtetes Handeln im Sinne der Kinder und Jugendlichen erfolgt. Nur bei gemeinsamer Übernahme der Verantwortung für die Bildungswege der Heranwachsenden kann eine optimale Förderung aller Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Dabei bilden die örtlichen Schulen sowie die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe den institutionellen Kern öffentlich verantworteter Bildungslandschaften. Allerdings müssen auch verschiedenen Angebote der Museen, der Volkshochschulen, der Vereine und nicht zuletzt der Wirtschaft einbezogen werden.
Ganztags“schulen“ könnten dabei die Chancen eines solchen konkreten Zusammenwirkens aufzeigen und von gelingender Kooperation profitieren: An einem Ort werden unterschiedliche Bildungs- und Betreuungsangebote additiv oder integrativ verknüpft, die im besten Fall alle aufeinander abgestimmt sind und eine optimale Förderung der betroffenen Kinder und Jugendlichen umsetzen.
“Bildungsbiografie ohne Brüche“
Gleichzeitig sind jedoch abgestimmte und passende Übergänge und Anschlüsse zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen und Schulstufen von zentraler Bedeutung. Deshalb ist die Einbindung der einzelnen Ganztagsschulen in den regionalen bzw. lokalen Kontext unerlässlich. Eine so verstandene regionale bzw. lokale Schullandschaft ist die Basis für die Bildungslandschaft. Eine “Bildungsbiografie ohne Brüche“ für alle Kinder und Jugendlichen kann nur vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Leitbilds aller Akteure erreicht werden, in dem die konkrete regionale Situation und die festgestellten lokalen Bedarfe berücksichtigt sind. Hierfür müssen passende Kommunikations- und Kooperationsstrukturen ebenso vereinbart werden wie eine angemessene gemeinsame regionale Steuerung, die im Sinne einer “regional governance“ von der gewollten und vereinbarten Kooperation getragen wird.
These
„Lokale Bildungslandschaften“ bedeuten gemeinsame Verantwortungsübernahme für die Umsetzung des Leitbilds einer „Bildungsbiografie ohne Brüche für alle Kinder und Jugendlichen“. Mit ihrem fachlichen Wissen und ihren Erfahrungen leisten die Akteure an Ganztagsschulen einen wichtigen Beitrag zur Formulierung und Umsetzung des gemeinsamen Leitbildes. Zugleich haben Ganztagsschulen die Chance, durch vielfältige Kooperationen ihre Bildungs- und Betreuungsangebote deutlich zu erweitern. Zur Person
Mark Becker
ist Projektmanager im gemeinsam vom Ministerium für Schule
und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Stiftung
getragenen Projekt “Selbstständige Schule“, an dem 278 Schulen in 19 nordrhein-westfälischen
Regionen beteiligt sind.
Der Diplom-Sozialpädagoge und Master of Social Management
war zuvor in der offenen Jugendarbeit, in universitären Forschungsprojekten im
interkulturellen Bereich und im Bereich der Lehr-Lern-Forschung sowie bei einem
Wohlfahrtsverband auf Bundesebene als Referent in der interkulturellen Kinder-
und Jugendhilfe tätig.
Seine derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind die Entwicklung regionaler
Bildungslandschaften, die Kooperation von Schule und Jugendhilfe und die
regionale Bildungsberichterstattung.
Adresse:
Projektbüro “Selbstständige Schule“
Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256
33311 Gütersloh
Tel.: 05241 / 81 81-139
E-Mail: mark.becker@bertelsmann.de
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