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Partizipation bei der Entwicklung von Klassenregeln

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Es geht darum Verhalten in der Klasse zu thematisieren, gemeinsam Regeln für den Umgang miteinander zu entwickeln und sich auf „Sanktionen“ zu einigen, denn viele Kinder und Jugendliche fühlen sich in ihrer Klasse unwohl. Ein Grund dafür können die Grenzüberschreitungen sein, die täglich vorkommen, z.B. das Ärgern, Drängeln, Mobbing, Sachen-Wegnehmen, Schlagen und Unterrichtsstörungen der verschiedensten Form. Eine Klasse besteht oft aus vielen Einzelkämpfern und aus Cliquen, die durch Mimik, Gestik und verbale Äußerungen andere klein machen wollen. Leistung und effektives Mitarbeiten ist „nicht angesagt” und macht einzelne Schüler und Schülerinnen sehr schnell zu Außenseitern.

Die meisten Schülerinnen und Schüler wünschen sich ein besseres Klassenklima, in dem man keine Angst haben muss, die eigene Meinung zu sagen oder Fehler zu machen. Für ein vertrauensvolles Lernklima und für das Wohlfühlen in einer Klassengemeinschaft ist es wichtig, sich auf Verhaltensregeln zu einigen, die von allen SchülerInnen akzeptiert werden können und auch eingehalten werden. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler zunächst allein und danach in Kleingruppen überlegen, was sie benötigen, um sich in einer Lerngruppe wohl zu fühlen. Sie sollen Bedingungen nennen, unter denen sie gut arbeiten können und in der Klasse aufgehoben fühlen.

Fragen an die Betroffenen:

• Wann fühle ich mich bei der Arbeit mit anderen wohl?
• Wann fühle ich mich bei der Arbeit mit anderen unwohl?

Praktische Tipps: Regeln für Regeln

Effektive Regeln sind ...

  • wenige - Je weniger, umso besser! Möglichst nicht mehr als sieben, z. B. eine Bewegungsregel, eine Kommunikationsregel, eine Umgangsregel, eine Eigentumsregel.
  • vernünftig – Brauchen wir diese Regel wirklich? Welche Rechte werden durch diese Regel geschützt? Fördert sie das Lernen?
  • verständlich –  Kurze und einfache Sätze sollen die Sache auf den Punkt bringen, z. B.: "Alle sechs Beine bleiben am Boden!"
  • positiv –  nicht als Verbot, sondern als Gebot formulieren, ohne "nicht" oder "kein".
  • verbindlich - Die erwünschte Verhaltensweise nicht als "Wir wollen ...... sondern in einer "Ich-Formulierung" beschreiben. Zum Beispiel statt: "Wir wollen uns nicht unterbrechen! " besser: "Ich lasse andere ausreden und höre ihnen zu!"
  • beobachtbar - sichtbares, konkretes Verhalten beschreiben, also nicht einfach "gut" oder "nett sein", sondern "Wir helfen uns gegenseitig!" bzw. "Ich helfe anderen!"
  • kompatibel - Die Regel darf nicht im Widerspruch zur Schulordnung, Schulcharta oder zum Disziplinprogramm stehen.
  • durchsetzbar - Ist die Einhaltung ohne großen Aufwand kontrollierbar? Was passiert, wenn sie nicht befolgt wird?

aus: Lohmann, Gerd: Mit Schülern klarkommen. Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten. Berlin: Cornelsen Scriptor 2003, S. 66-75.

Viel Erfolg!

Fragen? WB_6.jpg

an die Werkstatt „Unterricht und Förderkonzepte“ im Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen."
IMPULS Schule & Wirtschaft e.V., Am Weinberg 6, 37130 Gleichen OT Groß Lengden,
oder per vf6.jpg Email


Datum: 1.10.2007
© www.ganztaegig-lernen.de



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