Kooperieren mit Kultur

Anregungen von Margarete Schweizer – Projektleiterin der Jugendinitiative der Kulturstiftung der Länder
KINDER ZUM OLYMP! trifft „Ganztägig Lernen“ Künstlerische Fächer in der Schule haben schon lange die Anmutung des Verzichtbaren: Musik und Kunst fallen aus oder werden fachfremd unterrichtet: alles kein Problem, solange die Versorgung der Schüler in den „harten Fächern“ gewährleistet ist, kein Mathematik- und Physikunterricht, keine Deutsch- und Englischstunden ausfallen. Längst wissen wir, dass die Schule den ganzen Menschen bilden muss, sich nicht auf das Training der kognitiven Fähigkeiten beschränken darf, sondern Förderung von Fantasie und Kreativität – Schulung aller Sinne – ebenso nötig ist, will man die Kinder von heute fit machen für eine Zukunft der Hausforderungen und Unwägbarkeiten. Die Schulung der Sinne ist im Besonderen eine Domäne der Künste.
Zukunftsmodell Ganztagsschule
Die Entwicklung einer zukunftstauglichen Schule, die allen Anforderungen gerecht wird, die der gesellschaftliche Wandel der Gegenwart erfordert, ist eine zentrale politische Aufgabe. Viele Familien brauchen Entlastung und Unterstützung bei ihren erzieherischen Aufgaben, denen sie nicht mehr adäquat nachkommen können, da wegen umfassender und nötiger Erwerbstätigkeit beider Eltern, wegen der großen Anzahl von Familien mit nur einem Elternteil oft einfach die Zeit fehlt – und die Bereitschaft, sich auf diese Aufgabe wirklich einzulassen.

Impulse aus der Datenbank "Meri, Paul, der Fremde und ich" – Jugend in Wilhelmsburg – ein Theater- und Filmprojekt öffnen
Die Ganztagsschule, die die Familien ein Stück entlastet, bietet keine umfassende Patentlösung für diese aktuellen Probleme, in dem sie die Kinder tagsüber komplett versorgt. Aber sie birgt eine große Möglichkeit dafür, Kinder mit einem ausgewogenen Angebot umfassend zu bilden, indem sie den klassischen Schulunterricht, zu dem natürlich auch bereits Musik, Kunst und Darstellendes Spiel gehören, mit zusätzlichen Elementen aus ganz unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungsbereichen zu einem neuen Ganzen werden lässt. Zu diesen Bereichen gehören Kunst und Kultur.
Chance für die Künste
Die kulturellen Einrichtungen, die Künstler, aber auch die Einrichtungen der kulturellen Bildung haben deshalb jetzt die Chance, ihre Inhalte und Formen, alles, was ihnen wichtig ist, in die Schule zu tragen – sich von ihrem marginalen Sahnehäubchen- (Nebenfach-) Status zu verabschieden, sich mit ihrer ganzen Breite ins Schulgeschehen einzuklinken und Kindern und Jugendlichen vielfältige Impulse ästhetisch kultureller Bildung zu vermitteln.

Impulse aus der Datenbank "Carl der Postmann" öffnen
Die Jugendinitiative KINDER ZUM OLYMP! der Kulturstiftung Länder steht seit ihrer Gründung für die Zusammenarbeit zwischen Kultur und Schule. Durch den jetzt im vierten Jahr durchgeführten Wettbewerb „Schulen kooperieren mit Kultur“ wurden Erfahrungen gewonnen, wie solche Kooperationen gelingen können. Über 90 vorbildliche Projekte aus fast allen Ländern wurden in den vergangenen Jahren als Preisträger ausgezeichnet. Die Datenbank „Praxisbeispiele“ auf www.kinderzumolymp.de zeigt eindrucksvoll, was in der Schule geleistet werden kann, wenn sich inspirierte Partner aus beiden Bereichen – auch Kultur und Schule – zusammenfinden und gemeinsam handeln.
Datum: 14.11.2007 © www.ganztaegig-lernen.de
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