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Brücken für mehr individuelles Lernen

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Vom 25.10.-27.10 trafen sich zum zweiten Mal
alle Reformzeit-Schulen in Berlin.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung startete ein Programm für eine nachhaltige, positive Veränderung von Unterricht. Dabei wurden und werden Schulen mit Reformwillen mit einer fortschrittlichen Schule zusammenarbeiten, sich gegenseitig befruchten und vernetzen. 

Es gibt auch an deutschen Schulen viele gute Instrumente, mit denen Schüler individuell gefördert werden. In Reformzeit haben sich Schulen zusammengetan um gelungene Beispiele zu diesem Thema auszutauschen und um sich gegenseitig bei Unterrichts- und Schulentwicklungsprozessen zu unterstützen. Mit dieser Kraft des Faktischen durchbreche das Programm die oft formale Interventionsebene des Staates und sorge für weitere Schulentwicklung, so Heike Kahl, Geschäftsführerin der DKJS, in ihrem Willkommen an die Teilnehmer des zweiten Gesamttreffens vom 25. bis 27. Oktober in Berlin.

Gemeinsam bilanzierten die SchulleiterInnen und LehrerInnen der 28 Reformzeitschulen, was sich in Sachen individueller Förderung von Schülern bei ihnen im Unterricht, in den Kollegien und in den Schulen durch die Bündnisarbeit getan hat und bemerkten: Gute Erfahrungen gibt es an vielen Orten mit der Tischgruppenarbeit und bei der Auflösung des 45-Minuten-Taktes, mit einem stärken Praxisbezug beim Lernen und der Zusammenarbeit der Kollegen in den Teams. Zugleich stellten sie fest: Die Methodenvielfalt im Unterricht könne noch größer sein und die Schüler könnten öfter differenzierte Aufgaben erhalten. An einigen Schulen sind nur wenige Kollegen in die Arbeit von Reformzeit einbezogen und noch gelingt es nicht immer, die auf einer Fortbildung erworbenen Einsichten an alle im Kollegium weiterzugeben. Außerdem muss weiter darüber nachgedacht werden, wie die Eltern ins Boot geholt werden können.

Ein Vortrag von Andreas Müller vom Institut Beatenberg (zum Handout) sowie elf Workshops rund um das Thema Individualisierung des Unterrichtes, die von Lehrern der Reformzeitschulen durchgeführt wurden, vermittelten den Zuhörern Ideen, wie sie weitere Fortschritte in der Schulentwicklung erreichen können. In ihren Bündnissen berieten die Schulvertreter, was dafür zu tun sei. ‚Soll wirklich in einem Jahr diese Zusammenarbeit zu Ende sein?’, fragten einige, die Ziellinie 2009 des Programms vor Augen. Sie wollen auch in Zukunft diese Form der gegenseitigen Unterstützung von Schulen nicht missen.

Annelie Wachendorff, Laborschule Bielfeld

Ich nehme zum ersten Mal an einem Reformzeittreffen teil und dieser Einstieg ist gelungen. Mir gefallen diese abwechselnden Arbeitsformen – mal Input, mal Workshop. Ich selbst habe eine Arbeitsgruppe geleitet und fand gute Resonanz. Dennoch – ich glaube die wichtigsten Gespräche fanden beim Kaffee statt.

 Claudia Krötenheerdt, 8. Hauptschule Berlin

 Ich komme gerade von einem Workshop der Lenné-Schule, die Aufgaben für den Unterricht vorstellten. Das war neu für mich und ich habe Lust, das auszuprobieren.

 Ines Bungartz, Eliteschule des Sports Potsdam

Mir bereitet die Arbeit in dem Bündnis um die Lenné-Schule viel Spaß und ich finde hilfreich, was wir tun. Gemeinsam entwickeln wir für Deutsch, Englisch und Mathematik differenzierte Aufgaben, um Schüler von einer Kompetenzstufe zur nächsten zu begleiten. Dieses Material hilft uns, von Lehrern zu Coaches der Schüler zu werden. Was mir besonders gefällt: Wenn wir in den drei Arbeitsgruppen zusammensitzen, entstehen so viel Ideen, auf die man allein im Schulalltag nie kommen würde. Für mich ist die Arbeit bei Reformzeit ein Gewinn.

 Frank Lindemann, H.u.S. Schumacher Europaschule Angermünde

Ich bin mit der Zusammenarbeit in unserem Bündnis um die Schlaubetal-Schule sehr zufrieden. Wir treffen uns ungefähr monatlich und das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir entschlossen uns, das Methodentraining gemeinsam durchzuführen. Und natürlich profitieren wir vom Praxislernen unserer Beraterschule in Müllrose. Auch unsere Förderschüler wollen wir auf diese Weise zum Lernerfolg bringen.

Kerstin Lehnert, Beraterin Schlaubetal-Bündnis

In meinem Bündnis trafen sich jetzt 30 Schülersprecher der vier beteiligten Schulen miteinander. So wie die Lehrer sich fortbilden, bestanden sie auch darauf, über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt zu werden. Für einige war dabei neu, dass auch Schüler ihre Meinung zur Unterrichtsgestaltung einbringen dürfen. Außerdem diskutierten die Schüler, wo Reformzeit ansetzen kann, um die Träume der Schüler von einer guten Schule zu verwirklichen. Für die Schulsprecher spielt dabei die gleiche Augenhöhe zu den Lehrern beim Lernen eine wichtige Rolle. Diesem ersten Treffen sollen weitere folgen.

 Gabriele Kreitel, 8. Hauptschule, Berlin Hellersdorf

Meine Schule ist durch Zusammenlegung neu entstanden. In diesem Fusionsprozess half uns die Arbeit in Reformzeit vor allem zu sehen: Viele Dinge brauchen Zeit. Man kann gewünschte Änderungen in der Zusammenarbeit der Kollegen und auch der Unterrichtskultur nicht übers Knie brechen. In unserem Bündnis um die Werner-Stephan-Schule arbeiten wir drei Hauptschulen besonders eng zusammen. Bei Bedarf treffen wir uns zum Brainstorming und beraten uns gegenseitig bei Konflikten. Dieser Austausch ist für unsere Schulentwicklung zur entscheidenden Stütze geworden.

Eckhard Scholz, Kooperationsschule Friesack

Schwerpunkt in unserem Bündnis ist die bessere Zusammenarbeit aller an der Schule Beteiligten. Dazu bringt bei uns jede Schule ihre besonderen Kompetenzen ein: Die Schule in Belzig die Teamarbeit und Einbeziehung der Eltern, das evangelische Gymnasium aus Neuruppin die Mitwirkung der Schüler, wir die Leitungsstruktur, die die Kooperation braucht. Was sich bei uns bewährt, ist, den Besuch an den einzelnen Schulen zu einem Höhepunkte zu gestalten, an dem jeweils zehn Lehrer jeder Schule teilnehmen. Wir an unserer Schule schufen uns eine AG Beraterschule, die wenigstens vier Mal jährlich tagt und z.B. nach einer Fortbildung dafür sorgt, dass alle Kollegen informiert werden. Denn um nachhaltig zu sein, muss so ein Schulentwicklungsprozess auch transparent sein.

Fritz Walter, Berater Bündnis IGS-Göttingen

Ich fand den Vortrag von Andreas Müller vom Institut Beatenberg anregend, um über Schulentwicklung zur individuellen Förderung der Schüler nachzudenken, auch wenn manches zunächst unter den Bedingungen hier zunächst nicht umsetzbar erscheint. Darüber mit Vertretern verschiedener Schulen in den Diskussionen zu sprechen, lohnte sich. Vielleicht hätten wir dafür auch mehr Zeit gebraucht. Ganz im Sinne der Fragestellung „Umgang mit Heterogenität“ müssen wir sicher auch bei unseren Treffen noch Formen finden, wie wir die individuellen Themen der Schulvertreter aufgreifen können, auf ihre Selbstorganisation bauen und ihnen erlauben, an unterschiedlichen Facetten einer Fragestellung zu arbeiten. 

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Programmleitung: Anja Grosch
www.reformzeit.de

Datum: 02.02.2007
© www.ganztaegig-lernen.de

 



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Startpunkt eines Programms zur Veränderung der Unterrichtsqualität

Im Januar 2006 startete das Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Rückblich auf einen Beitrag vom 15.01.2006 von Dr. Anja Durdel und Anne-Katrhn Schmidt. öffnen

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... ist ein Bildungsprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, wobei durch ein innovatives Verfahren die Schulen voneinander lernen. mehr Informationen öffnen

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