Tagesstruktur offener und teilweise gebundener Ganztagsschule
Die offene Form von Ganztagsschule besteht aus dem Fachunterricht am Vormittag,einem Mittagessen und einer Betreuungsphase am Nachmittag. Aufgrund dieser Konstruktion ist es möglich, dass zwar alle Schüler/innen am Vormittag den Unterricht besuchen, jedoch nur ein Teil auch das Nachmittagsangebot.
von Katrin Höhmann, Ilse Kamski, Thomas Schnetzer
Dieses Nachmittagsangebot wird mit Unterstützung von Hort, Vereinen, Verbänden, Ehrenamtlichen, Einrichtungen und Institutionen unterhalten. An manchen Schulen findet das Nachmittagsangebot IN der Schule statt. Andere Schulen organisieren den Nachmittag gemeinsam mit Partnern im Stadtteil oder der Gemeinde AUSSERHALB der Schule.

Tagesstruktur einer offenen Ganztagsschule
Die jeweilige Organisationsform hat bedeutende pädagogische Konsequenzen: So entstehen in offenen Ganztagsschulen und teilweise gebundenen Ganztagsschulen für verschiedene Schülergruppen unterschiedliche Tagesstrukturen, die bestimmten Zwängen unterliegen. Der Unterricht wird nach Stundenplan in bestimmten Kernzeiten (bis mittags) für alle Kinder verbindlich durchgeführt. Gleichzeitig wird in den darüber hinaus gestalteten Phasen wie Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, AG-Angebote und Freizeitangebote kein gemeinsames Schulleben möglich. Es können bis zu vier unterschiedliche Schülergruppen entstehen, die ihre Zeit in unterschiedlichem Umfang und unterschiedlicher Intensität in der Schule verbringen.

Abbilung macht deutlich, wieso es an offenen Ganztagsschulen schwieriger ist, ein Gemeinschaftsgefühl und zielgerichtete Förderung aufzubauen als an gebundenen Ganztagsschulen.
- An offenen Ganztagsschulen wechselt das Personal häufiger.
- Schülerinnen und Schüler bewegen sich vermehrt in wechselnden Gruppen.
- Auch die für das soziale Lernen notwendige Mischung der Schülerschaft ist weniger vorhanden, wenn nicht alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Schule während des ganzen Tages besuchen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass unter professioneller Leitung ein Mix von lernstarken und lernschwächeren Schüler/innen zu Leistungssteigerungen und einem ausgewogenen Sozialklima führen. Intensive Förderung und die Nutzung der vielfältigen Angebote bleiben so den Kindern und Jugendlichen vorbehalten, die ein Maximum der ganztägigen Angebote in Anspruch nehmen können. In offenen Ganztagsschulen liegt der Fokus am Nachmittag mehr auf dem Betreuungssektor als auf dem Bildungssektor. Entscheidender Grund hierfür ist die Zweiteilung des Tages in den vormittäglichen Unterricht und die nachmittäglichen Betreuungsangebote.
Auszug aus
WAS IST EIGENTLICH EINE GANZTAGSSCHULE? Eine Informationsbroschüre für Eltern und Interessierte mit DVD Katrin Höhmann, Ilse Kamski, Thomas Schnetzer Werkstatt „Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen“, Institut für Schulentwicklung (IFS) ISBN 10: 3-9810519-6-3 ISBN 13: 978-3-9810519-6-4
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Datum: 01.02.2009 © www.ganztaegig-lernen.de
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