Schule Auf den Heuen

Bremen
Die Schule
Seit dem Schuljahr 2005/2006 werden die Kinder der Klassen 1 bis 4 im gebundenen Ganztag unterrichtet. Zum Schulprofil gehören der Schwerpunkt Musik, jahrgangsübergreifendes Lernen, Arbeit mit Lernentwicklungsberichten ohne Noten, die Sprachförderung, das Mentorenmodell sowie die Eltern- und Stadtteilarbeit. Die Entwicklung zu einer verlässlichen Ganztagsgrundschule war nur in enger Kooperation mit der Fachberatung der Hans-Wendt-Stiftung, der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Hortes möglich. Im Januar 2005 begannen die Planungen für eine neue Schule und einen dem Schulkonzept entsprechenden Umbau des Gebäudes, der nach anderthalbjähriger Planungsphase im Mai 2006 begann. Für die Zukunftsvision einer transparenten, offenen Schule gingen die Bremer auf Entdeckungsreise: „Im ‚Futurum’ (Schweden) haben wir die Freiheit der offenen Räume geschnuppert; in Herford die machbare Variante entdeckt und in Bremen verfeinert.“

Das Qualitätsbeispiel
Auslöser für die Veränderungsprozesse war die Diagnose des Ist-Standes, der gekennzeichnet war durch Kinder mit Entwicklungsverzögerung und geringer Sprachkompetenz, Gewaltbereitschaft von Kindern und Eltern, fehlende Sozialkompetenzen der Schülerschaft, Schwierigkeiten, Leistungsanforderungen zu erfüllen sowie „desinteressierte“ Eltern. Dem setzten die Kinder, Eltern, Mitarbeiter der Schule und außerschulische Partner im Stadtteil als Ziel einen Konsens über den Umgang miteinander, über die Arbeit mit Kindern – für Kinder. Erhöhung der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit sowie Teamgeist gegenüber. Hilfreich für das Vorhaben war, dass von Beginn an ein gemeinsam entwickeltes Konzept Grundlage des Handelns war, indem „wir uns auf diese Weise intensiv austauschten, die Gedanken, Ideen und Beweggründe der anderen verstehen lernten und erfuhren, wie stark gemeinsames Handeln macht“. Mit Einführung der Ganztagsschule, jahrgangsgemischten Lerngruppen, dem Umbau des Schulgebäudes und -geländes wurden entscheidende Schritte zu einer offenen Schule für Menschen mit Durchblick vollzogen. Weitere Meilensteine folgten, wie die Einhaltung von Regeln, die einen bewussteren Umgang miteinander bewirkten. Besonders bewährt hat sich das Mentorensystem der Schule, mit dem Schülerinnen und Schüler zielgerichtetes Verhalten einüben. „Wenn mich jemand ärgert, sage ich stopp, ich möchte das nicht“, notiert Reemt als Ziel der Woche in sein Mentorenheft. Noch nicht gelöst ist das Problem der geringen Elternbeteiligung, doch auch da gibt die Grundschule Auf den Heuen nicht auf.
Tipps für Einsteiger
- Heterogenität von jahrgangsgemischten Gruppen nutzen
- Multiprofessionalität des Kollegiums einsetzen und wertschätzen
- Lernen, im Team zu arbeiten
- Kein Durchblick ohne Transparenz
Das ist uns gut gelungen
- Die Kinder stehen im Mittelpunkt.
- Kein Mitarbeiter kann sich mehr Zeiten ohne Teamarbeit vorstellen.
Das waren unsere Stolpersteine
- Eine gemeinsame Sprache zu finden
- Vorurteile gegenüber der jeweils anderen Berufsgruppe
Datum: 11.05.2009 © www.ganztaegig-lernen.de
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